Scharfes Gadget

Ich liege gerade gemütlich in meinem Bett. Jetzt gerade! Dass ich dennoch bloggen kann, verdanke ich meinem Gebutstagsgeschenk, einem Nokia N900. Das ist kaum noch ein Handy, eigentlich ein echter Taschencomputer, der diesen Namen auch verdient. Natürlich ist das Schreiben auf einer so kleinen Tastatur mühsamer als am PC (3 Zeilen a 13 Tasten), aber dafür kann ich die Website so sehen wie am PC – Wo ich will, wann ich will…

Es ist schon faszinierend, wie weit die Technik ist. Von einem solchen Gerät konnte man noch vor 15 Jahren nur träumen. Damals lief im Fernsehen die Serie “Achtung, Streng Geheim”, da hatten sie sowas. Satellitennavigation, Videotelefonie, alle möglichen Zusatzfunktionen… ein paar fehlen noch, wie der Schlossknacker per Elektroschocker oder so. Und die Akkulaufzeit ist auch eher bescheiden, aber dank Verbrennungsmotoren sind wir bei der Akkutechnologie 100 Jahre im Rückstand (…hat mal jemand geschrieben).

Jedenfalls ist es gut, dass meine heutige Klausur dem letzten Gedächtnisprotokoll fast bis ins letzte Detail glich. Besonders gut lernen kann man nämlich nicht, wenn man erst vor wenigen Tagen so ein ultracooles Gadget bekommen hat! ;-)

Als ob man unter Wasser läuft

Eigentlich will ich ja neben meinem Studium auch mit gleicher Energie an meinen Ideen und meinen Gründungsvorhaben arbeiten. Doch irgendwie wird durch die ständige Notwendigkeit, für Klausuren zu lernen oder Seminararbeiten zu schreiben, alles so zäh und langsam. Es erinnert mich an den Versuch, unter Wasser sprinten zu wollen: Man kommt einfach nicht voran, auch wenn alle Muskeln vorhanden und einsatzbereit sind. Dazu kommt, dass ich ja beim Lernen eine völlig passive, rezeptive Haltung einnehmen muss/bei Seminararbeiten mich völlig auf ein Thema zu stürzen habe und man dagegen als Entrepreneur eigentlich eher Feuerwehrmann ist: immer einsatzbereit, aber nur so lange an einem Ort, wie es nicht woanders gerade stärker brennt.

Aber dazwischen kann ich nicht einfach mal umschalten; gerade Konzentration ist mir ein wertvolles, knappes Pflänzchen, das umsorgt werden will. Wissenschaft und Unternehmertum täglich zu vereinen, erscheint mir insofern als eine Quadratur des Kreises. Ich frage ich mich, wie andere es vereinbaren? Es gibt sicher Menschen, die nicht nur mehrere Eisen im Feuer haben, sondern auch noch mehrere “Schmieden” zugleich betreiben. Aber leidet wirklich nicht die Qualität der einzelnen Arbeit darunter, dass sie ständig alternieren, nie lange an einer Aufgabe verbleiben? Für mich kaum vorstellbar.

ad Multitasking

Aus dem Newsletter von wissenschaft.de:

Alles gleichzeitig geht nicht – Wissenschaftler über Multitasking !

Durch die ständige Teilnahme an elektronischen Vernetzungen wie Internet und E-Mail entsteht eine Art geistiges Zapping, das zu Stress, Konzentrationsschwäche und extrem klein portionierten Arbeitsphasen führt.

…Kommt mir irgendwie bekannt vor. Wenn ich als durchschnittlicher Internetnutzer schon Probleme habe, mich auf eine wissenschaftliche Fragestellung längere Zeit zu konzentrieren, dann wird das womöglich einen Abfall der Qualität wissenschaftlicher Arbeiten meiner und nachfolgender Generationen bedeuten?

Zum letzten Mal “Uni”

Als Student hat man ja in der Vorlesungszeit regelmäßig “Uni” – also Vorlesungen oder Übungen etc. Diese Zeit ist seit heute für mich Vergangenheit, meine letzte Übungsmitschrift ist säuberlich abgeheftet (das Abheften war immer mein wöchentliches Highlight!) und harrt meiner Klausurvorbereitungen. Auch die beiden obligatorischen Seminararbeiten sind erfolgreich abgeschlossen und die Noten auf dem Weg zum Prüfungsamt.

Jetzt bleiben noch einige Klausuren im 3. Quartal, ein lächerliches Laborpraktikum im Herbst und zwei längere schriftliche Arbeiten: Studien- und Diplomarbeit, mit jeweils über 50 bzw. 80 Seiten. Nebenher möchte ich dann auch meinen unternehmerischen Impulsen nachgeben, u. a. habe ich ein Kurzpraktikum bei einem lokalen Unternehmen in Aussicht, wo ich den Geschäftsführer zwei Wochen begleiten könnte (Programm “Business Shadow” einer lokalen Unternehmerinitiative). Dazu werde ich aber erst noch Bescheid bekommen. Und schließlich gibt es ja noch “SmartWorker”… oder wie das Webportal heißen wird, das ich mit einem Freund eröffnen möchte. Wenn es soweit ist, gibt es hier natürlich mehr Informationen!

Ein Startup wie aus dem Bilderbuch

Jake Nickell hatte im Jahr 2000 die folgende Idee: ein permanenter Online-Designwettbewerb mit angeschlossenem T-Shirt-Druckservice. Innerhalb einer Stunde ging er mit der Idee in einem Künstlerforum an den Start – das Unternehmen war gegründet. Mittlerweile hat Threadless (en-Wikipedia) internationale Reichweite erlangt, jeden Montag werden neue Designs angeboten, die für 10$ flat in die ganze Welt verschickt werden.

Von so einem Geistesblitz und anschließendem, entspanntem Aufbau eines Unternehmens mit unendlich vielen Möglichkeiten der Differenzierung kann man wirklich träumen. Das wäre auch nach meinem Geschmack – sich auf das Produkt konzentrieren, den Kunden einen echten Mehrwert bieten, dabei genug Geld zum Leben haben und von jedem Ort der Welt arbeiten können – as opposed to: unter Hochdruck am Business Plan herumbasteln, ewig auf Investorentour gehen, stressige und ungemütliche Zeiten mit den Kollegen haben, wie es in Startup.com porträtiert wurde (den ich seit Wochen nicht zu Ende sehe, weil es einfach keinen Spaß macht, das mit anzusehen).

Und damit ihr euch selbst einen Eindruck davon machen könnt, wie cooool dieser Typ wirklich ist (ich finde ihn stark), hier Teil 1 des Mitschnitts eines Online-Interviews mit per Chat gestellten Fragen (auch eine feine Innovation!):

Das ganze Video kann man hier erreichen, ansonsten kann man dort die Teile nacheinander ansehen.

“Die Perfektionierer”

Ich bin ja auch ein Perfektionist, aber irgendwie anders. Jedenfalls nicht so wie die Leute, die in diesem Buch porträtiert werden, das man bei Google Books lesen kann (in sinnwahrenden Teilen; speziell das Kapitels über das optimierte Studium). Ich mache das, was mir Spaß macht. Ich mache auch manchmal nichts. Und ich lege Wert auf einen gesunden Schlaf. Huh, was wohl Investmentbanken und Unternehmensberatungen zu dieser Einstellung sagen würden? Macht nichts, ich werde Unternehmer und stelle selbst die Leute ein, die sich gerne abrackern. So bekommen die, was sie verdienen, und ich mache, was ich will. Hihi. Für die Nachdenkaufgaben muss ich dann aber wohl leider andere nehmen, wenn das so weitergeht, wie es das Buch beschreibt.

3 Day Startup

… war eine tolle Veranstaltung in Aachen, auf der ich am vergangenen Wochenende war. Gemeinsam mit 40 anderen Teilnehmern ging es darum, in drei Tagen ein Unternehmen zu gründen. Dafür fanden sich im Laufe des Freitags für vier aus vierzig Ideen konkrete Teams zusammen. In unserem Team “Dressy or Messy” haben wir ein Portal gegründet, auf dem man Bilder von seinen Outfits hochladen und sich Feedback geben lassen kann. Derzeit ist die Site offline, aber am Sonntag haben wir sie live vor Investoren präsentiert. Wenn unsere Informatiker sie ausreichend sicher gestaltet haben, und außerdem die Einbindung von Werbung funktioniert, dann können wir sie wieder online geben. Niemand kann sagen, wie es sich entwickeln wird, aber die von u. a. mir interviewten und fotografierten Mädels auf der Straße (man braucht ja was zur Demo) waren teils sehr interessiert.

Andere Teams haben am Sonntag einen Zusatzservice für Visitenkarten, eine Autovermittlung und einen Service für Social Shopping präsentiert. Danach waren wir alle etwas geschafft, aber wir Kaiserslauterer fuhren zusammen noch in der Nacht zurück. Hier eine Kurzreportage des Deutschlandfunks.

Kreativität dank Urlaub!

In der vergangenen Woche war ich seit langem einmal wieder mit meinen Eltern in Holland. Es war gutes Wetter für Nordsee-Verhältnisse, und wir machten jeden Tag eine kleine Radtour über eine Hälfte unserer Insel Terschelling. Nachmittags konnte ich mich dann wunderbar aufs Sofa legen und mir Namen für mein nächstes Unternehmensprojekt ausdenken.

Es hilft dabei sehr, habe ich festgestellt, wenn man sich Motti überlegt, die zu den Bedürfnissen der Kunden passen (z. B. Flexibilität oder Hilfsbereitschaft). Davon ausgehend kann man dann ganz frei Begriffe und Wörter im Geiste jonglieren, bis man auf brauchbare Namen kommt. Das ist doch viel zielführender, als nur blind irgendwelche wohlig-klingenden Vokale und gelegentliche Konsonanten zusammenzuwürfeln. Dennoch werden viele Startups nach diesem System benannt. Amiando, Jimdo, Hulu oder irgendein anderes Babygebrabbel klingen bestenfalls mäßig intelligent, und die Namen bieten keine Verknüpfung mit dem Zweck des Unternehmens. Viel geistreicher, aber schwer zu ersinnen, sind Namen wie CampFire für eine Gruppen-Chat-Anwendung. Hoffentlich denken die Leute das Gleiche mal von meinen Firmennamen…

TU KL beutet Lehrbeauftragte aus,

schreibt der UniSpiegel (thx Julian), wobei das natürlich nichts wirklich Besonderes heutzutage ist. Wer macht sowas freiwillig? Es müssen Idealisten sein, denen die Möglichkeiten in der Wirtschaft völlig schnuppe sind; denen die Lehre alles und das Geld nichts bedeutet. Wenn man es so betrachtet, vielleicht sogar ein gewisser Vorteil für die Studenten – aber es bleibt unmoralisch.

Mein erstes Moderationstraining (als Trainer)

…fand gestern und heute statt, zusammen mit Teampartner Alexander Frank, der derzeit in München studiert (seinerzeit zur Trainerausbildung aber noch hier war). Zusammen haben wir 15 Bachelorstudenten Basiskenntnisse in Moderationstechniken vermittelt, u. a.:

  • Wie man eine Gruppe führt und Resultate erzielt, ohne das Arbeitsergebnis selbst zu beeinflussen
  • Kreativitätstechniken für anspruchsvollere Gruppenarbeiten
  • Umgang mit verschiedenen Teilnehmertypen

Mit das schönste Lob für uns war die  Aussage einiger Teilnehmer, dass sie müde und mit niedrigen Erwartungen gekommen waren und dennoch eine schöne und spannende Zeit mit uns hatten.

Alex und ich fotografierten uns gestern außerdem vor dem Begrüßungsplakat,  um einen Bildnachweis unserer Heldentaten späteren Bewerbungsunterlagen beilegen zu können (anscheinend ein amerikanischer Trend). Ich bin immer ganz begeistert von seinem Enthusiasmus, er ist sehr mitreißend und mir ein Vorbild in Sachen Arbeit-in-Zeit (i. e. Leistung).

So, und da ich heute überhaupt nicht schreiben kann, belasse ich es bei dieser Tatsachenbeschreibung :)