Nein, nicht wirklich

Der Verhaltensökonom Dan Ariely, Autor des Buches Predictably Irrational, hält eine wunderbare Präsentation zum Thema “Können wir frei entscheiden?” – seine Antwort auf das wissenschaftliche Konzept vom Homo Oeconomicus, dem perfekt rationalen Entscheider.

via Kolja Hebenstreit.

Wie man mit viel Geld Armut vermehrt

Bitte, nehmt euch ein paar Minuten Zeit und lest dieses Essay. Der Autor erklärt, warum dauerhaft existenzgarantierende Sozialhilfe bittere Folgen für einen Staat hat, weil sie für eine ganze Schicht die ökonomisch beste Wahl ist. Gefunden beim Antibürokratieteam.

Mein gremienfreier Mittwoch

Seit einer Woche ist das 39. StuPa der TU Kaiserslautern Geschichte, und ich bin nicht wenig froh, dass andere diese Arbeit nun fortsetzen. Es waren in vieler Hinsicht zwei interessante und lehrreiche Jahre im “beschlussfassenden Gremium der Studierendenschaft”. Dennoch ging mir die gesamte Einrichtung irgendwann schrecklich auf die Nerven: 17 Leute entscheiden gemeinschaftlich, was ein knappes Dutzend andere Leute zu tun und zu lassen haben. Jeder kleine Punkt wird ellenlang ausgewalzt und man verliert sich ständig in Detailfragen. Das ist derartig ineffizient, dass ich es nicht mehr mit meinem Streben nach Effizienz, überhaupt Effektivität und kluger Organisation vereinbaren konnte.

In meinem Assessment Center der sdw in Berlin wurde ich gefragt, was ich später einmal machen wolle. Ich sagte, entweder Berufspolitik oder Unternehmertum. Die Antwort war, dass mich das noch einige schlaflose Nächte kosten werde. Und so kam es dann auch, aber in Form nicht enden wollender StuPa-Sitzungen. Jetzt, da ich mich gegen die Berufspolitik entschieden habe, haben diese Nächte auch ein Ende!

Wer braucht das zu wissen?

Als Teenager habe ich eine Zeitlang stundenlang n-tv geschaut, im Wesentlichen zum Selbstzweck, um u. a. die aktuellen Börsenkurse im durchlaufenden Ticker zu lesen. Waren die Zahlen grün, freute ich mich. Das alles gab mir ein Gefühl, wichtig zu sein und an der Welt teilzuhaben. Natürlich war es sinnlos.

Was mir bis vor einigen Wochen davon blieb, war ein generelles Interesse am Tagesgeschehen (noch eher am Wochengeschehen -> DIE ZEIT), bei gleichzeitig steigender Zahl an Themen, die mir zum Halse heraushingen. Das Buch “4-Hour Work Week” hat mir endlich die Augen geöffnet und mich in einem sehr subtilen Gefühl bestätigt, das ich schon seit einiger Zeit hatte.

Most information is time-consuming, negative, irrelevant to your goals and outside of your influence.

Bürger und Medienkonsumenten werden mit überflüssigen Nachrichten wie Gänse gestopft. Zeitungen, Fernsehsender, Internetportale, Radio, sogar Infomonitore in meinem Fitnessstudio versorgen mich mit Neuigkeiten, die mich weder etwas angehen, noch je mehr als Unterhaltungswert besitzen (meistens sind sie langweilig), und an denen ich darüber hinaus ohnehin nichts ändern kann. Also ist es doch konsequent, wenn mich das alles nicht mehr interessiert. Es gibt Menschen, deren Beruf es ist, sich um das alles zu kümmern. Denen kann und braucht man nicht ins Handwerk zu pfuschen.

Ich könnte versuchen, zu verstehen, warum so viele Menschen es wichtig finden, über all diesen Quatsch Bescheid zu wissen. Warum es sie interessiert, dass in Malaysia eine Fähre gekentert ist, aber nicht, dass in Deutschland Kinder zu fantasielosen kleinen Konsumenten erzogen werden und so weiter. Vielleicht, um wenigstens immer wieder etwas Neues zu sehen, wenn man es doch eh nicht ändern kann.

Aber andererseits: Mach doch was du willst, Rest der Menschheit. Mit der gewonnenen Zeit kann ich stattdessen andere, nutzbringendere Dinge anstellen. Manche Menschen folgen ihren Träumen, während der Rest einfach das Unglück anderer Menschen bzw. ihrer selbst verfolgt. Weil ich lieber zur ersten Gruppe gehören will, verzichte daher darauf, mich von dem niemals endenden Fluss von Hiobsbotschaften noch länger mitreißen zu lassen. Überhaupt glaube ich, dass die ewige schlechte Stimmung im Land auch daher rührt, dass die Nachrichten nur von sachlichen Themen (in der Hauptsache Politik, und da ist im Zweifel jeder dagegen) und per se schlechten Dingen (85 Tote bei XY) handeln. Da muss man ja irgendwann schlechte Laune bekommen. Wenn z. B. die “Wirtschaftskrise” stattdessen als Chance promotet würde, sein altes, mieses Unternehmen zu verlassen und etwas Sinnstiftendes zu tun, das man sein Leben lang aufgeschoben hat – wie anders könnten die Menschen darüber denken!

Summa summarum: Lasst euch nicht von operativen Details den Kopf wirr machen. Abstand halten hilft. Mir ist es zum Beispiel egal, was Westerwelle wieder gesagt hat und was Seehofer wieder darauf geantwortet hat. Liberal bin ich trotzdem, auch wenn die FDP mit einer Energie am eigenen Stuhl sägt, dass man es kaum glauben mag. Doch das ist eine andere Geschichte.

Nachtrag: Jede Menge anderer Geschichten – und sehr gut geschrieben dazu – kann man beim Antibürokratieteam lesen. Das ist auch für mich einfacher, als selbst zu schreiben. :) Wollte auch mal wieder drauf hinweisen.

Wahrhaft amerikanisch

Meine Freundin Anke hat mir das unten nachfolgende Video von Miley Cyrus/Miley Stewart/Hannah Montana empfohlen. Klasse Musik, ist mein neuer Suchttitel. Was mir überdies angesichts des Videos, vielmehr noch angehörs des Textes sofort auffiel: Das ist nicht einfach nur irgendein Lied eines Popsternchens – es ist der perfekte Botschafter für den American Dream und Motivator in schwachen Momenten.

Dieses Lied transportiert über sämtliche Dimensionen den Inbegriff des amerikanischen Ideals, sich emporzuarbeiten. Nicht nur über den Liedtext, sondern auch über den Titel “The Climb” – d. h. “Der Aufstieg”, über die Show und schauspielerische Darstellung im Clip (die Bewunderung der “Familie” für die Leistung Mileys) und nicht zuletzt über die Darstellerin und Sängerin Miley Cyrus selbst – einerseits Produkt des Disney-Konzerns, aber andererseits auch ihrer eigenen unablässigen Arbeit.

Alles zusammengenommen ist eine richtig motivierende, glatte und perfekte Kombination entstanden, wie sie nur amerikanischer Kommerz produzieren kann. Das ist keine Kritik, das ist ein Lob – wenn die Millionen junger Fans (Zielgruppe 5-13) in Deutschland verstünden, was allein dieses Lied aussagt, wäre viel gewonnen. Sinngemäß: “Es wird immer einen weiteren Berg gehen. Es geht nicht darum, wie schnell du oben bist, und nicht darum, was hinter dem Gipfel liegt – es geht um den Aufstieg.” Leider befürchte ich, dass nur Glitzer und Pink Violett etc. ankommen, was schade ist.

Eine Geschichte dummer Sprüche

Manchmal habe ich das Gefühl, wenn man mein Leben nacherzählen wollte, dann wäre das eine Geschichte dummer bis blödsinniger Sprüche und Aktionen, die irgendwie ganz anders ankommen als sie von mir gemeint waren. Manchmal gibt es dann unvermutet Ärger, aber die Dunkelziffer… will ich gar nicht wissen. Ich meine es zwar immer lustig, aber die Kombination aus Ironie/Sarkasmus/Zynismus und mangelnder Weitsicht der möglichen Deutungsmöglichkeiten ist einfach teuflisch.

Es ist nur gut, dass ich mich zumindest manchmal in Situationen begebe, wonach ich daran arbeiten kann. Hoffentlich kann ich das abstellen, bis ich mal “groß” bin. Bis dahin, hier der mieseste Spruch des Jahres 2009 (der ging sogar noch, der Witz kam tatsächlich halbwegs rüber):

Ich: “… (bla bla) niese deswegen so viel, weil ich Allergiker bin.” – Gegenseite: “Ach. Also ich habe ja gar keine Allergien. Bin auch vor Jahren zum letzten Mal krank gewesen.” – Ich: “Naja, vielleicht bekommst du ja mal Krebs oder so.”

*knatter*

Es ist doch erstaunlich, wie normale, sinnvolle Alltagsgeräte durch laute und nervige Maschinen ersetzt werden. Früher benutzte man im Herbst einen Rechen und ggf. noch einen Besen. Heute benutzt man Laubwegblasgeräte, mit denen das Laub vor unserem Haus irgendwohin gepustet wird, bis die mickrigen “Grünanlagen” aussehen wie Lehmwüsten. Eben gerade (Winter) sehe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine knatternde, benzingetriebene Schneeschaufel mit zwei Rädern dran (ohne Witz!).

Den Rest des Jahres, zumindest das kann ich nachvollziehen, kommen dann die Rasenmähtraktoren zum Einsatz. Dennoch frage ich mich, was sie als nächstes neu erfinden werden. Vielleicht einen explosionsgetriebenen Rasensprenger, oder Zweitakt-Mofa-Motoren für Rollläden?

Das Böse vertreibt Saatgut

Gerade sah ich auf arte eine Dokumentation über Monsanto, den Gentechnik-Saatgut-Riesenkonzern. Diese Organisation gehört zum Schlimmsten, was die Menschheit je ausgebrütet hat. Es ist wahrlich eine Kraft, die (angeblich) stets das Gute will und stets das Böse schafft. Ich finde, es ist angemessen, Monsanto als eine Verkörperung des Bösen zu bezeichnen. Dass sie das Gute will, mag noch der letzte Einwand dagegen sein.

Um die Handlungsweise von großen Kapitalgesellschaften besser zu verstehen, empfehle ich den Film “The Corporation” aus dem Jahr 2003. Er erklärt die Geschichte der juristischen Person als Rechtsinstitut und analysiert Handlungen und Verhaltensweisen von real existierenden Großunternehmen (Kapitalgesellschaften) auf eine Art und Weise, als wären diese Menschen. Das Ergebnis müsste lauten: Sie sind allesamt Psychopathen. Der Film ist über BitTorrent kostenlos und legal erhältlich; in der Wikipedia ist eine untertitelte Version bei Google Video verlinkt.

Dumme Zeitungen bringen dumme Berichte

Mein Bruder machte mich dankenswerterweise auf diesen Artikel in Stefan Niggemeiers Blog über die Abschreiberei unter den Massenmedien aufmerksam. Es ist traurig, welch Mechanismen dort herrschen. Nicht, dass es mich überraschen würde: Ich glaube an keine Verschwörung, das nicht, aber Dummheit, Faulheit und Sparzwänge haben sowas zur Folge.

Mein neues Spielzeug

…ist meine Website für das Unternehmensprojekt uniBlock, welches mein Mitstipendiat Markus Büchel und ich in diesem Jahr vom Stapel laufen lassen wollen. Nach meiner Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub vor neun Tagen nahm ich es in Angriff und bin inzwischen bei kleinsten Feinheiten angelangt. Leider kosten gerade diese sehr viele Nerven, wie z. B. die Bullet Points, die man im Internet Explorer (Schrott!!) u. a. vor “Unser Produkt” sieht. Man sollte diesen minderwertigen Browser einfach nicht unterstützen; Netzexperten warnen vor ihm ohnehin immer. Benutzt den Firefox, liebe Leser! Zu viele von euch nutzen den IE, ich sehe das in meinen Statistiken. Das bringt euch nur in Gefahr!