Druckerei

An der TU Kaiserslautern hat jeder Student pro Monat 200 Seiten Druckkontingent. Weil damit ein eigener Drucker eigentlich überflüssig ist, hatte ich mir gleich alles so eingerichtet, dass ich Druckaufträge auch von zu Hause abschicken kann. Leider ist aber im Moment das Druckzentrum quasi im Notbetrieb: Es stauen sich sage und schreibe fast 1000 Druckaufträge. Neue Aufträge werden natürlich gar nicht erst angenommen, mit Sicherheit seit heute Nachmittag nicht mehr, vermutlich sogar schon vorher.

Dass das ausgerechnet jetzt passiert, war klar: Tausende Studenten wollen schnell noch zum Monatsende ihre Kontingente aufbrauchen und Skripte drucken. Hatte ich eigentlich auch vor, aber mir fiel kein Skript ein, was ich noch benötigen würde. Stattdessen wollte ich heute nur ein CD-Cover drucken. Aber was solls, nächstes Jahr ist auch noch Zeit dafür…

Das Gemeine ist, dass die Informatiker ein eigenes Druckzentrum haben, bei dem es nie Stau gibt.

Oh wie erfreulich!

Jemand hat auf YouTube kürzlich die Sendung des ZDF “Die modernen Wunderheiler” eingestellt, in der über die Wirksamkeit der Homöopathie völlig zu Recht gesagt wird:

“In keiner wissenschaftlichen Studie waren die homöopathischen Mittel wirksamer als die Placebos.”

Vor den Vertretern der “alternativen Medizin” ist das ZDF selbst eingeknickt, die Inhalte sind nicht in der hauseigenen Mediathek zu finden. Ein bedauernswerter Fall von Selbstzensur, der das ZDF für mich in keinem guten Licht dastehen lässt. Ein Zitat aus einer Pressemitteilung des DZVhÄ (Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte), wiederum zitiert in einer selbst höchst lesenswerten Pressemitteilung des Promed e.V., Verein gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen, auf OpenPR.de: “Nachwehen einer Sendung: ein (zu) hoher Preis für Ruhe”, spricht Bände:

“(…) Inzwischen wurden auf der betreffenden Website [des ZDF] alle Inhalte entfernt, der DZVhÄ begrüßt dies und wertet das Löschen als stillschweigende Richtigstellung. (…)”

Natürlich kann, ja muss man das so werten. Das ist genau das Schlimme daran. Eine objektive Berichterstattung wird aus dem Onlineprogramm genommen, um kreischenden Lobbyisten rückgratlos aus dem Weg zu gehen. Dazu aber mehr in besagter Pressemeldung.

Via Brights Deutschland, deren allen freien Geistern sehr zu empfehlendes Blog ich unten verlinkt habe, welche einen Artikel von Ärztliche Praxis aufgegriffen hatten.

Auch unten verlinkt habe ich nun The Skeptics Society & Skeptics Magazine. In dieser Welt kann eine gesunde Skepsis nie schaden, soweit Skepsis nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung verwechselt, sondern vielmehr als Verlangen nach harten, nachprüfbaren Beweisen verstanden wird. The Skeptics stellen sich der Leichtgläubigkeit in der (amerikanischen) Welt entgegen; speziell dem Kreationismus als momentanem Hauptfeind sowohl des naturalistischen Weltbildes als auch aller seriösen Wissenschaft. Man archiviert dort insbesondere den hauseigenen E-Mailnewsletter zum Thema, natürlich US-zentriert.

Finde ich nicht toll,

diese Exzellenzinitiative. In der Zeitschrift für Sozialwissenschaften “Leviathan” wurde ein Artikel des Eliteforschers Michael Hartmann abgedruckt (Hartmann, Michael (2005b): Studiengebühren und Hochschulzugang: Vorbild USA? In Leviathan, 33, 439-463), den ich auf den NachDenkSeiten fand und dessen Fazit ich hier zitieren möchte:

Der Glaube oder die Hoffnung, durch Konzentration der vorhandenen Mittel auf wenige Universitäten dem Problem der Unterfinanzierung des gesamten Hochschulsystems beikommen zu können, dazu die mittlerweile auch im Hochschulbereich dominierenden ökonomistischen Denkmuster – Winnacker spricht (…) von Forschungsergebnissen als Produkten, „die sich an einem Markt bewähren müssen” (Winnacker 2006: V) – führen in jeder Hinsicht in die Irre. Wissenschaftliche Konkurrenz ist nicht vergleichbar mit der Konkurrenz zwischen Unternehmen und wissenschaftliche Erkenntnisse sind keine Waren, die sich wie Autos oder Fernseher auf einem Markt verkaufen lassen müssen. Als generelles Fazit bleibt: Die Exzellenzinitiative kann die realen Probleme an den Hochschulen durch die ihr zuteil werdende mediale Aufmerksamkeit allenfalls kaschieren, einen Beitrag zu ihrer Lösung bietet sie nicht. Sie wird diese Probleme vielmehr ganz im Gegenteil sogar noch verschärfen.

Ein spöttisches Lächeln auf den Lippen, las ich zuletzt von einer Reduzierung der Mittel, die an die tollen Siegeruniversitäten fließen sollen. Wenn es darum geht, Gutes wie Schlechtes durch “Nachbesserungen” irgendwie doch noch zu zerschießen, ist auf die deutsche Politik einfach immer Verlass.

Irgendwann reicht es

Es gibt Menschen, die es nicht recht begreifen, wenn der von ihnen beschrittene Weg nicht mehr weiterführt. Sie wundern sich dann, dass das Laufen plötzlich so schwer fällt und sie ins Straucheln kommen. Trotzdem stapfen sie weiter ins Ungewisse, doch damit schaden sie nur sich selbst, da sie sich immer weiter von einem gangbaren Weg entfernen.

Ich denke, Harald Schmidt kann man ab heute zu diesen Menschen zählen. Was er da eben mit Oliver Pocher gemeinsam abgeliefert hat, das spottet wirklich jeder Beschreibung. “Harald Schmidt im Ersten” war ja schon ziemlich schwachbrüstig, aber das konnte man noch verzeihen. Immerhin gab es ab und an kulturell angehauchtes Programm, und wenn man das weder lustig fand noch sonst etwas damit anfangen konnte – was solls, dann war man vielleicht als Zuschauer der Sendung einfach nicht gewachsen.

Dass Schmidt aber selbst in einem gefühlten halben Jahr Sommerpause nichts Sehenswertes zuwege bringt, ist wirklich ein übles Zeichen. Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war so schlecht, so peinlich für alle Anwesenden – wäre es ein Bühnenstück gewesen (da fühlt Schmidt sich ja ebenfalls heimisch), das Publikum hätte das Ensemble von der Bühne geworfen. Die Überleitungen waren ausnahmslos verkorkst (wenn man bei abrupten Themenwechseln überhaupt von Überleitungen sprechen kann); die mal flachen, mal geschmacklosen Gags gingen teils auch noch in die Hose. Von irgendeinem Konzept war weit und breit nichts zu erkennen. Es war am Anfang scheiße, es war in der Mitte scheiße, und zum Schluss, da war es trotz Gast Günther Jauch ebenfalls scheiße. Wobei mir Jauch als Einziger Leid getan hat; er wusste ja nicht, was ihn da heute erwarten würde. Ein trauriges Highlight, als Schmidt dann die “drei neuen Sendungen” in der ARD zur Sprache brachte: “Anne Will”, Plasbergs “Hart aber Fair” (der sich ja interessanterweise lange geweigert hatte, ins Erste zu gehen) und die seine. Zwei, so Jauch, seien sehr gut gewesen, aber an einer, da müsse man wohl noch arbeiten. Schmidt war drauf und dran, in Erfahrung zu bringen, welche Sendung die Letztere denn sei, aber entweder er fing sich dann (leider) noch, im letzten Moment, oder Jauch betrieb Deviation. Ich erinnere mich nicht mehr, ist aber auch egal.

Als Schmidt dann endlich das Ende verkündete, war Jauch sichtlich erleichtert. Ich war es auch. Eine Stunde Fernsehen, die ich mir hätte sparen können. Für Harald Schmidt und Oliver Pocher gilt das Gleiche. Aber vielleicht könnte man dem eingespielten Eckart von Hirschhausen anstatt zwei Minuten eine eigene Sendung geben. Donnerstags, um viertel vor elf, oder so. Da wird vielleicht bald ein Sendeplatz frei.

Extracurriculares Engagement

Heute hatten Erst- und höhere Semester die Chance, im Foyer des großen Wi-Ing-Gebäudes hier an der TU Kaiserslautern bei der “Mach Mit”-Messe Informationen über Hochschulgruppen zu sammeln. Ich hatte noch gestern in der Mensa den Flyer gefunden und mir gleich ein halbes Dutzend Gruppen zum Besuch vorgemerkt. Ursprünglich dachte ich, das Angebot sei im Vergleich zu Darmstadt ein wenig knapp; aber es gibt tatsächlich ganze 19 Hochschulgruppen. Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, wie viele es in Darmstadt sind. Da ich in Darmstadt an der TU nie Zeit für etwas anderes als die Chemie hatte (galt aber für uns alle), will ich jetzt wirklich gerne versuchen, mehr als nur meine Vorlesungen zu schaffen.

Die ersten vier Gruppen, mit deren Vertretern ich gesprochen hatte, fand ich tatsächlich schon so verlockend, dass ich irgendwann dachte, dass unmöglich noch Zeit für weiteres Engagement übrig bleiben könnte. Zuerst war ich bei der Liberalen Hochschulgruppe, bei der ich erfuhr, dass großer Bedarf an Nachwuchskräften besteht, und ließ mich zum Infoabend und zu einer Führung im Stadion auf dem Betzenberg einladen.

Als nächstes war ich bei der Gruppe AtM Consultants, studentische Berater. Von dem Konzept studentischer Unternehmensberatung hatte ich schon vor einiger Zeit erfahren, aber bisher gedacht, dass das nur eine Option für absolute Überflieger sei. Wenn ich meinen Namensvetter Manuel richtig verstanden habe, ist das aber nicht so, was mich natürlich gefreut hat. Bei meinem Praktikum im Sommer hatte ich mal wieder festgestellt, dass ich mich vielleicht doch für so einen Job eignen könnte. Insbesondere Strategieberatung würde mich einfach interessieren. Klar, dass man an der Uni sowas natürlich noch nicht macht, aber schau mer mal, was denn wirklich an Aufgaben anstehen wird.

Bei den ersten beiden Gruppen hatte ich schon eine Stunde verbracht, als ich zum Stand des VWI – Verband der Wirtschaftsingenieure – kam. Deren Programm sah vor allem Workshops für Soft Skills vor, sowie Unternehmensbesichtigungen. Auch das hat mich sehr interessiert. Danach war ich dann noch kurz am Stand der STEP, die sich um die Incomer und Outgoer an der Uni kümmern, und konnte kurz mein Schwedisch üben, da eine Schwedin mit am Stand war. Die TU tauscht allerdings nach Linköping und nicht nach Stockholm aus. Ich kenne Linköping nicht, aber nichts geht über Stockholm…

Zuletzt kam ich noch zufällig am bonding-Stand vorbei, deren jährliche Firmenkontaktmessen an bislang zwölf deutschen Standorten ziemlich bekannt sind. Der kleine Vortrag für mich war echt interessant, aber mir war schon klar, dass ich das nicht auch noch mitnehmen kann, wenn ich mich schon bei all den anderen Gruppen engagieren will. Man sollte wissen, wann es genug ist. Andererseits: Vielleicht habe ich ja irgendwann doch noch Zeit. Mal sehen, wie weit es in einem halben Jahr gekommen ist mit meinen Engagements. Hoffentlich ist meine Begeisterungsfähigkeit heute nicht mit mir durchgegangen!

Do you…? - NO.

Eurotopics, deren tägliche Presseschau zu europäischer Politik, Medien und Kultur übrigens sehr zu empfehlen ist (Abo hier), brachte mir heute die Kunde von einer neuen Generation sozialer Netzwerke: den antisozialen Netzwerken. Die Süddeutsche Zeitung hatte darüber berichtet. Beispiel: isolatr, die einen Ort bieten (werden… irgendwann; im Moment jedenfalls nicht), an dem man ungestört sein kann. Sehr schön liest sich auch das FAQ: “Isn’t the idea of the internet to help bring people closer together and create online communities? – NO.

Es wurde aber auch wirklich Zeit, dass man all diesen nervigen Menschen aus dem Weg gehen kann, die bei anderen “social networks” herumhängen. Immer dieser Peer Pressure, die Zahl der “Freunde” als Statussymbol. isolatr bietet wohl sogar einen Instant Messaging Client an, bei dem man automatisch away ist. Ich kenne so einige Leute, für die wäre dieses Tool ideal, die wünschen sich sowas offensichtlich seit Jahren. Noch sinnvoller wäre vielleicht, wenn man automatisch invisible wäre. Oder halt, jetzt hab ichs: am besten gleich permanent offline, ganz ohne die Funktion, online zu sein. Aber auch bei ICQ klappt das, in meinem Fall seit mindestens einem halben Jahr. Ich hab das Programm nämlich gar nicht mehr installiert. In meiner Buddylist waren mir zu viele Kontakte, die nie online gingen.

Overheard in New York

Bei Overheard in New York werden zufällig in New York aufgeschnappte Gesprächsfetzen gepostet. Zum Beispiel:

Who Are You?

Guy: I love you like I love sliced chicken…
Girl: Huh?
Guy: … And I love sliced chicken.

–Mo Pitkin’s

und

Whereas You Have to Be Very Flexible for Lust to Feed Itself

Ghetto poser kid watching kids eat snacks: Stop the gluttony! Stop the gluttony! [Übersetzung: gluttony] I see you! You’re going to hell! [Snacks are eventually passed to him.] Ahhh… [takes a huge handful]. The gluttony will never end! The sin feeds itself!

–Stuyvesant High

Overheard by: fellow glutton

Der Link ist ab sofort zu finden in meiner neuen Linklist, ganz unten auf der Seite.

Herman bei Kerner

Ich bin ein wenig spät dran, hätte schon früher dieses recherchieren bzw. nachvollziehen müssen: Was ist da nun wirklich gelaufen in der Sendung Kerner vs. Herman? Dank des neuen Zeitalters habe ich, haben wir alle die Möglichkeit, die fragliche Sendung in einer hervorragenden Qualität (der zum Trotz mein Browser mehrfach und reproduzierbar mitten im Film abstürzt) beim ZDF abzurufen. Dazu möchte ich bemerken, dass ich die längste Zeit, in der vielleicht mit Eva Herman, hauptsächlich aber wohl über sie debattiert wurde, nicht in Deutschland gewohnt habe. Daher bin ich weitgehend frei von Impressionen der Tagespresse und anderen Medien aus dieser Zeit. Auch habe ich nicht ein Wort ihrer Bücher gelesen.

Ich möchte mich daher auf das beschränken, was mir als Zuschauer in dieser Sendung geboten wurde. Da wäre zunächst einmal der Moderator, der wiederholt von Eva Herman verlangt, sie solle eine Aussage zurücknehmen, welche sie selbst zu Beginn glaubhaft versichert, in dieser Form niemals geäußert zu haben, und welches sie auch anhand eines Ausschnittes aus einem Tonbanddokument und mit Verweis auf ihr antineonazistisches Engagement zu untermauern sucht. Sein Vorgehen erinnert mich dabei sehr an eine Frage der Inquisition: “Lästerst du immer noch Gott? Antworte mit ja oder nein!” Auch diese Frage impliziert bereits einen Sachverhalt, den man mit der vorgegebenen Antwort nicht mehr ausräumen kann.

Wann immer Eva nun dargelegt hat, dass die ihr zugeschriebene Aussage selbst, wegen derer man an jenem Abend überhaupt zusammengekommen war, mit ihrer eigentlichen Meinung und Intention nichts zu tun hat, macht Kerner Tabula rasa und beginnt von neuem mit seiner kleinen Inquisition. Dies erinnert frappant an ein weiteres Element unserer Kulturgeschichte: Die Arbeit des Sisyphos. Wir erinnern uns, diese bestand darin, einen Stein einen steilen Hang hinaufzurollen; wann immer er sein Werk fast vollbracht hatte, entglitt ihm der Stein, rollte bergab, und Sisyphos musste von neuem beginnen. Umso lächerlicher, dass das dann später wiederholt als “ihr eine Brücke bauen” interpretiert wird.

Bei der Kulturgeschichte angekommen, wäre da passenderweise der Quotenexperte zu erwähnen; ein Historiker und Professor, der in dieser Sendung ein Bild abgibt, dessen sich jeder Akademiker nur schämen kann. Gleich in seinem ersten Beitrag zieht er voll auf die als ultrakonservativ-nazistisch dahingestellte Geisteshaltung Eva Hermans ab, ohne diese Mutmaßung angesicht Hermans unmittelbar vorausgegangener Verteidigung auch nur in irgendeiner Weise zu reflektieren. Eva Herman pariert sein an dieser Stelle vollkommen verfehltes Plädoyer gegen Geschichtsklitterei mit der von ihm unwidersprochenen Feststellung, dass er noch nicht einmal ihre Bücher gelesen haben könne: denn genau jenes, worauf er sich bezogen hatte, habe sie selbst in ausführlicher Breite in einem Unterkapitel dargelegt. Dass Herman sich im späteren Verlauf der Sendung weigert, weiter mit ihm zu diskutieren, ist angesichts seiner fortgesetzten Unterstellungen, welcher sich Herman mit Verweis auf die anfänglich gegebenen Ausführungen mehrfach erwehrt hatte, nur allzu verständlich.

Was die Beiträge der andern Gesprächsteilnehmer angeht, so kann und will ich gar nicht zu weit ins Detail gehen, denn es lohnt sich kaum. Ein Hin und Her, man redet aneinander vorbei; viele Versuche Hermans, sich gegen immer gleiche Behauptungen zu verteidigen. Markant sind da noch, dass Senta Berger einräumt, Hermans Bücher ebenfalls nicht gelesen zu haben, sowie das schlichte Gebabbel eines einfältig wirkenden Mario Barth, der auch noch selbst zugibt, von Diskussion und Thematik überfordert zu sein. Kurz vor dem Rauswurf Hermans lassen die beiden älteren Damen dann erkennen, dass sie überhaupt nicht bereit sind, auf der Basis wissenschaftlich fundierter Fakten zu diskutieren. Da wird mit dem Kopf geschüttelt und werden die Augen verdreht, wenn Herman die Erfahrungen der Bindungs- Säuglings- und Hirnforschung referenziert, welche klar ein von Kerner vorgelesenes Zitat aus einem ihrer Bücher über die Wichtigkeit der Mutter-Kind-Bindung stützen. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen weigern sich die besagten Damen nach einem kleinen Hickhack über mutmaßliche Korrelationen zwischen der Zahl an Neugeborenen und der an Betreuungsplätzen, wo es zum ersten Mal interessant hätte werden können, das Gespräch fortzuführen, und Kerner verabschiedet Herman aus der Sendung. Der Rest ist keinesfalls erwähnenswert.

Ich würde mir wünschen, dass alle Beteiligten einmal in Ruhe diese Sendung ansehen, gründlich darüber nachdenken, worüber hier eigentlich diskutiert wurde, und erkennen, wer hier wirklich “der Böse” war. Eva Herman hat nichts weiter versucht, als klarzustellen, dass sie von einer Verherrlichung des Nationalsozialismus so weit entfernt ist wie Walter Mixa vom Fortschrittsglauben. Der Rest der Runde hat, nach meinem Eindruck, Herman bewusst oder unbewusst missverstanden, Nebelkerzen geworfen und abseitiges Zeug von sich gegeben. An Aufklärung war keiner außer Herman interessiert; alle machten sich daran, Herman den Dämon auszutreiben, der sie vermeintlich besäße.

Den größten Schaden hat, wieder einmal, unsere Diskussionskultur davongetragen, sofern es so etwas bei uns noch gibt. Die braune Keule lässt sich trefflich schwingen! Wehe, wenn sie losgelassen, unsere “moralischen Instanzen”. Da legts dich nieder, und zwar sehr effizient.

Bei Welt Online hat man sich von allen mir bekannten Medien noch am ehesten bemüht, eine sachliche Chronologie der Show zu erstellen. Leider ist es bei Bemühungen geblieben. Es wurde auch hier missverstanden, wie Eva Herman sich in der Sendung gegenüber der NS-Familienpolitik positionierte und verstanden werden wollte, nämlich ablehnend. Das anmaßende Verhalten des Historikers, der ihr das Gegenteil unterstellte, kommt nicht zur Sprache.

Außerdem lesenswert ist ein Eintrag bei Law on the Blog. Daran erinnert, dass ich einmal das Buch “Psychologie der Massen” von Gustave Le Bon lesen wollte, hat mich der Eintrag beim Geschmacksberater. Hier gleich als E-Book.

Nachtrag:  Jetzt ist mir auch der Artikel bei der HNA bekannt, in dessen Kommentaren sehr gut zusammenfasst wird, was da vor aller Augen gelaufen ist.

Göttlich!

Der amerikanische Comedian George Carlin über Religion. George wird hiermit zu meinem neuen Lieblingscomedian erklärt. Via atheistundgut.de

Herbstputz

Gestern ist mein Mitbewohner ausgezogen. Das war ziemlich anstrengend, auch für mich! Ich hatte mir die wenig ruhmreiche Aufgabe gesucht, den nun von ihm geräumten Keller zu putzen. Seine Bemerkungen dazu zeugten mal wieder von seinem ganz besonderen Verständnis von Sauberkeit. Er dachte wohl, mir ginge es vor allem um die lebenden Spinnen da unten (mit denen habe er sich “arrangiert”, hat er mal gesagt). Den ganzen anderen Dreck hatte er wohl nie so recht bemerkt. (Dass unsere Toilette stinkt, weil er sie nie richtig geputzt hat, hat er ja auch nie wahrnehmen wollen. Darf ich dann auch noch machen.) Da ging so einiges in den Restmüllcontainer, was noch nicht mal mehr ihm gehört hatte. Das sah man vorher nur nicht, weil überall seine Kartons herumlagen. Zum Schluss wollte ich eigentlich saugen, aber da unten gab es überhaupt keine Steckdose, deswegen musste ich mit dem Besen ran. Hinterher fühlte ich mich wie nach einem Asthmaanfall.

Meine Anzeige im Internet wegen dem Zimmer habe ich inzwischen gelöscht. Ich hatte mir ja schon viel Mühe damit gegeben, aber nur eine junge Dame kam zur Besichtigung. Gemeldet hatten sich zwei Leute, der andere war aber zu dämlich, meine Handyadresse in der Anzeige zu finden – ca. 7,5 cm neben dem Button “Nachricht senden”. Seine einzige Nachricht beinhaltete die Frage, wie denn die Handynummer sei. Mit allzu dummen Menschen kann ich aber nicht. Besagte junge Dame streicht also jetzt gerade mit ihren Freundinnen ihr Zimmer neu. Da sie auch Wirtschaftsingenieurwesen studiert, ist das bestimmt ganz praktisch, wenn man etwas in einer BWL-Vorlesung nicht verstanden oder geschwänzt hat.