Flüssigbrot und Spiele

Abgelutschter Titel, aber beschreibt sehr gut den heutigen Tag: Wir haben eine Campus- und Stadtrallye gemacht, an jeder Station die Fachschafter mit Bier in der Hand, und immer ein paar Erstis stehend, sitzend oder auch liegend daneben. Es wurden Punkte gesammelt für Aktivitäten wie Kleider ausziehen und Kette daraus legen, Lied dichten und in der Fußgängerzone absingen, pälzischen Dialekt übersetzen…

Leider, leider war die Kneipe, in der sich zum Schluss getroffen wurde, so verraucht, dass unsere Gruppe schnell das Weite suchte. In der Palz wird das mit dem Rauchverbot lächerlicherweise noch bis nach Fastnacht dauern. Dafür nur ein Wort: ekelhaft. Bei Burger King und in einem anderen Lokal haben wir dann noch ein wenig über deutsche und Welt-, Schul- und Sicherheitspolitik diskutiert. War sehr angenehm, nicht in einer “öh keine Ahnung, weiß nicht”-Gruppe zu sein. Diskutieren macht mir Spaß!

Zum Schluss habe ich dann noch auf dem Nachhauseweg einem wildfremden Mann 25€ für eine Anzahlung aufs Taxi geliehen. Er hat mir seine Adresse aufgeschrieben und ich ihm meine Kontonummer und Kontaktdaten. Ich habe ihm vertraut, dass seine Angaben stimmen und er wirkte nicht wie ein Junkie auf mich. Er war total happy, dass ich ihm geholfen habe.

Vielleicht hätten manche ihm nicht geholfen. Aber ich denke: Unsere Gesellschaft baut nicht auf Misstrauen, sondern auf Vertrauen. Man muss vertrauen können, sonst macht das Leben keinen Spaß. Und selbst, wenn er mich belogen hat: Vielleicht komme ich selbst einmal in so eine Situation. Dann würde ich ja auch hoffen, dass jemand so denkt wie ich und nicht überall Lug und Trug vermutet. Unter dem Aspekt war und ist es für mich keine Option, nicht zu helfen. Egal, ob er mir das Geld zurückgibt oder nicht.

Bislang 1 Kommentar

  1. Benedikt 17. Oktober 2007 16:21

    Recht hast du getan. Die Gabe eines Almosens ist übrigens nicht an den Empfänger gebunden sondern an den Gebenden. Dieser nämlich drückt mit der Almosengabe seine Dankbarkeit darüber aus, dass es ihm gut geht und er nicht in schlimmen Problemen steckt.

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