Herbstputz
Gestern ist mein Mitbewohner ausgezogen. Das war ziemlich anstrengend, auch für mich! Ich hatte mir die wenig ruhmreiche Aufgabe gesucht, den nun von ihm geräumten Keller zu putzen. Seine Bemerkungen dazu zeugten mal wieder von seinem ganz besonderen Verständnis von Sauberkeit. Er dachte wohl, mir ginge es vor allem um die lebenden Spinnen da unten (mit denen habe er sich “arrangiert”, hat er mal gesagt). Den ganzen anderen Dreck hatte er wohl nie so recht bemerkt. (Dass unsere Toilette stinkt, weil er sie nie richtig geputzt hat, hat er ja auch nie wahrnehmen wollen. Darf ich dann auch noch machen.) Da ging so einiges in den Restmüllcontainer, was noch nicht mal mehr ihm gehört hatte. Das sah man vorher nur nicht, weil überall seine Kartons herumlagen. Zum Schluss wollte ich eigentlich saugen, aber da unten gab es überhaupt keine Steckdose, deswegen musste ich mit dem Besen ran. Hinterher fühlte ich mich wie nach einem Asthmaanfall.
Meine Anzeige im Internet wegen dem Zimmer habe ich inzwischen gelöscht. Ich hatte mir ja schon viel Mühe damit gegeben, aber nur eine junge Dame kam zur Besichtigung. Gemeldet hatten sich zwei Leute, der andere war aber zu dämlich, meine Handyadresse in der Anzeige zu finden – ca. 7,5 cm neben dem Button “Nachricht senden”. Seine einzige Nachricht beinhaltete die Frage, wie denn die Handynummer sei. Mit allzu dummen Menschen kann ich aber nicht. Besagte junge Dame streicht also jetzt gerade mit ihren Freundinnen ihr Zimmer neu. Da sie auch Wirtschaftsingenieurwesen studiert, ist das bestimmt ganz praktisch, wenn man etwas in einer BWL-Vorlesung nicht verstanden oder geschwänzt hat.