Irgendwann reicht es
Es gibt Menschen, die es nicht recht begreifen, wenn der von ihnen beschrittene Weg nicht mehr weiterführt. Sie wundern sich dann, dass das Laufen plötzlich so schwer fällt und sie ins Straucheln kommen. Trotzdem stapfen sie weiter ins Ungewisse, doch damit schaden sie nur sich selbst, da sie sich immer weiter von einem gangbaren Weg entfernen.
Ich denke, Harald Schmidt kann man ab heute zu diesen Menschen zählen. Was er da eben mit Oliver Pocher gemeinsam abgeliefert hat, das spottet wirklich jeder Beschreibung. “Harald Schmidt im Ersten” war ja schon ziemlich schwachbrüstig, aber das konnte man noch verzeihen. Immerhin gab es ab und an kulturell angehauchtes Programm, und wenn man das weder lustig fand noch sonst etwas damit anfangen konnte – was solls, dann war man vielleicht als Zuschauer der Sendung einfach nicht gewachsen.
Dass Schmidt aber selbst in einem gefühlten halben Jahr Sommerpause nichts Sehenswertes zuwege bringt, ist wirklich ein übles Zeichen. Die Premiere von “Schmidt & Pocher” war so schlecht, so peinlich für alle Anwesenden – wäre es ein Bühnenstück gewesen (da fühlt Schmidt sich ja ebenfalls heimisch), das Publikum hätte das Ensemble von der Bühne geworfen. Die Überleitungen waren ausnahmslos verkorkst (wenn man bei abrupten Themenwechseln überhaupt von Überleitungen sprechen kann); die mal flachen, mal geschmacklosen Gags gingen teils auch noch in die Hose. Von irgendeinem Konzept war weit und breit nichts zu erkennen. Es war am Anfang scheiße, es war in der Mitte scheiße, und zum Schluss, da war es trotz Gast Günther Jauch ebenfalls scheiße. Wobei mir Jauch als Einziger Leid getan hat; er wusste ja nicht, was ihn da heute erwarten würde. Ein trauriges Highlight, als Schmidt dann die “drei neuen Sendungen” in der ARD zur Sprache brachte: “Anne Will”, Plasbergs “Hart aber Fair” (der sich ja interessanterweise lange geweigert hatte, ins Erste zu gehen) und die seine. Zwei, so Jauch, seien sehr gut gewesen, aber an einer, da müsse man wohl noch arbeiten. Schmidt war drauf und dran, in Erfahrung zu bringen, welche Sendung die Letztere denn sei, aber entweder er fing sich dann (leider) noch, im letzten Moment, oder Jauch betrieb Deviation. Ich erinnere mich nicht mehr, ist aber auch egal.
Als Schmidt dann endlich das Ende verkündete, war Jauch sichtlich erleichtert. Ich war es auch. Eine Stunde Fernsehen, die ich mir hätte sparen können. Für Harald Schmidt und Oliver Pocher gilt das Gleiche. Aber vielleicht könnte man dem eingespielten Eckart von Hirschhausen anstatt zwei Minuten eine eigene Sendung geben. Donnerstags, um viertel vor elf, oder so. Da wird vielleicht bald ein Sendeplatz frei.
ganz meine meinung, wenns ne 5 tage woche wäre verzeihlich…aber so?