Finde ich nicht toll,

diese Exzellenzinitiative. In der Zeitschrift für Sozialwissenschaften “Leviathan” wurde ein Artikel des Eliteforschers Michael Hartmann abgedruckt (Hartmann, Michael (2005b): Studiengebühren und Hochschulzugang: Vorbild USA? In Leviathan, 33, 439-463), den ich auf den NachDenkSeiten fand und dessen Fazit ich hier zitieren möchte:

Der Glaube oder die Hoffnung, durch Konzentration der vorhandenen Mittel auf wenige Universitäten dem Problem der Unterfinanzierung des gesamten Hochschulsystems beikommen zu können, dazu die mittlerweile auch im Hochschulbereich dominierenden ökonomistischen Denkmuster – Winnacker spricht (…) von Forschungsergebnissen als Produkten, „die sich an einem Markt bewähren müssen” (Winnacker 2006: V) – führen in jeder Hinsicht in die Irre. Wissenschaftliche Konkurrenz ist nicht vergleichbar mit der Konkurrenz zwischen Unternehmen und wissenschaftliche Erkenntnisse sind keine Waren, die sich wie Autos oder Fernseher auf einem Markt verkaufen lassen müssen. Als generelles Fazit bleibt: Die Exzellenzinitiative kann die realen Probleme an den Hochschulen durch die ihr zuteil werdende mediale Aufmerksamkeit allenfalls kaschieren, einen Beitrag zu ihrer Lösung bietet sie nicht. Sie wird diese Probleme vielmehr ganz im Gegenteil sogar noch verschärfen.

Ein spöttisches Lächeln auf den Lippen, las ich zuletzt von einer Reduzierung der Mittel, die an die tollen Siegeruniversitäten fließen sollen. Wenn es darum geht, Gutes wie Schlechtes durch “Nachbesserungen” irgendwie doch noch zu zerschießen, ist auf die deutsche Politik einfach immer Verlass.

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