Ich bin immer noch nicht fertig mit diesem blöden Einzug! Die meisten Umzugskisten stehen zwar zusammengeklappt im Keller, aber dafür geht es jetzt mit der Inneneinrichtung der restlichen Wohnung weiter. Sowohl mein Vorgänger als auch mein Mitbewohner haben hier recht spartanisch gelebt, muss man sagen. Das hat natürlich einen Vorteil: Ich kann selbst bestimmen, was wie gemacht wird. Es heißt aber auch, dass ich alles alleine machen muss, weil mein Mitbewohner fast nie da ist. Immerhin kann ich so das Heimwerkern üben: Wie man elektrische Installationen selbst vornimmt, ohne ein Elektriker zu sein (im Baumarkt habe ich den Angestellten gefragt, wozu der gelb-grüne Draht im Kabel da sei: Es ist der Schutzleiter!) und wie man eine Bohrmaschine bedient, deren Einschalter gerne mal festklemmt (danke TCM für dieses Qualitätsprodukt!). Morgen muss ich zum dritten Mal zu Praktiker, zwei Schlagbohrer kaufen. Dann kann ich endlich noch lauteren Lärm beim Bohren machen.
Mein Mitbewohner will übrigens so bald wie möglich einem Nachfolger Platz machen, da er selbst gar nicht mehr hier in Kaiserslautern studiert. Will jemand zu mir ziehen? Hier ist meine Annonce bei wg-gesucht.de. Eigentlich sollte sich da schnell jemand finden, schließlich schreiben der Wiesbadener Kurier und die Rheinpfalz-Zeitung (oder wie die heißt), dass es in Kaiserslautern zu wenige Zimmer gebe. Na, das ist aber mal eine Überraschung! Die Wohnheime in Kaiserslautern seien “längst ausgebucht”, so eine Dame vom Studentenwerk. Ich selbst habe noch vor vier Wochen dort angerufen: Nein, also, der Wohnungsmarkt in KL sei entspannt. Schon immer. Auch auf meinen Hinweis hin, dass alle Nachbarländer Studiengebühren einführen würden, Rheinland-Pfalz dementsprechend deutlichen Zulauf erhalten werde, entgegnete man, es würde bestimmt noch jeder Bewerber ein Zimmer bekommen.
Alles klar – ich wusste schon, warum ich damals so froh war, dass ich so unkompliziert dieses Zimmer bekommen habe. Auch wenn es recht teuer ist. Am Tag nach meinem Einzug kam noch so eine Überraschung: Gasabrechnung, monatliche Abschlagszahlung von 75€. Mein Mitbewohner war selber überrascht, er selbst war immer von knapp 250€ Miete ausgegangen. Sind dann wohl doch eher 280€, würde ich sagen. Das ist fast so teuer wie damals in Tyresö, Schweden! Leider dauert es von hier aus aber länger nach Stockholm, mit einer halben Stunde Busfahrt ist es nicht getan. Schade, Kaiserslautern – ist echt ein Standortnachteil.
Gestern haben wir hier übrigens geputzt. Teamarbeit: Mein Mitbewohner hat dem Dreck mit Cillit Bang ordentlich eins übergebraten (chemische Keule), und ich hab den desinfizierten Schmutz dann Kraft meiner Hände entfernt. Die Spüle hätte ich fotografieren müssen: Vorher eine bräunliche Schicht im Becken, an der auch Cillit Bang, einmal kurz drübergewischt, nichts ändern konnte. So fix, wie das in der Werbung geht, kann das bei den Telefritzen eigentlich auch nur konzentrierte Schwefelsäure sein. Dann kam ich mit dem Schwämmchen. Was soll ich sagen – wieder wie neu. Alles in allem war die Wohnung schon ziemlich dreckig! Und erst die Fenster. Wie da plötzlich wieder Licht durchkam, einfach herrlich. Da fühlt man sich gleich richtig zu Hause.