Bahnwahn « Jan Schejbal

Jan Schejbal hat aus seinen Erfahrungen auf der Stecke DA-FFM folgenden Schluss gezogen: Wenn einer Schuld hat am Chaos an GDL-Streiktagen, dann ist das zuallererst mal die Bahn selbst. Für mich liest sich das absolut plausibel.

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Flüssigbrot und Spiele

Abgelutschter Titel, aber beschreibt sehr gut den heutigen Tag: Wir haben eine Campus- und Stadtrallye gemacht, an jeder Station die Fachschafter mit Bier in der Hand, und immer ein paar Erstis stehend, sitzend oder auch liegend daneben. Es wurden Punkte gesammelt für Aktivitäten wie Kleider ausziehen und Kette daraus legen, Lied dichten und in der Fußgängerzone absingen, pälzischen Dialekt übersetzen…

Leider, leider war die Kneipe, in der sich zum Schluss getroffen wurde, so verraucht, dass unsere Gruppe schnell das Weite suchte. In der Palz wird das mit dem Rauchverbot lächerlicherweise noch bis nach Fastnacht dauern. Dafür nur ein Wort: ekelhaft. Bei Burger King und in einem anderen Lokal haben wir dann noch ein wenig über deutsche und Welt-, Schul- und Sicherheitspolitik diskutiert. War sehr angenehm, nicht in einer “öh keine Ahnung, weiß nicht”-Gruppe zu sein. Diskutieren macht mir Spaß!

Zum Schluss habe ich dann noch auf dem Nachhauseweg einem wildfremden Mann 25€ für eine Anzahlung aufs Taxi geliehen. Er hat mir seine Adresse aufgeschrieben und ich ihm meine Kontonummer und Kontaktdaten. Ich habe ihm vertraut, dass seine Angaben stimmen und er wirkte nicht wie ein Junkie auf mich. Er war total happy, dass ich ihm geholfen habe.

Vielleicht hätten manche ihm nicht geholfen. Aber ich denke: Unsere Gesellschaft baut nicht auf Misstrauen, sondern auf Vertrauen. Man muss vertrauen können, sonst macht das Leben keinen Spaß. Und selbst, wenn er mich belogen hat: Vielleicht komme ich selbst einmal in so eine Situation. Dann würde ich ja auch hoffen, dass jemand so denkt wie ich und nicht überall Lug und Trug vermutet. Unter dem Aspekt war und ist es für mich keine Option, nicht zu helfen. Egal, ob er mir das Geld zurückgibt oder nicht.

Friedensgorepreis

Auf Break.com habe ich dieses interessante Video mit einer sehr stringenten Argumentation zu der Frage gefunden, ob man etwas gegen die globale Erwärmung tun sollte oder nicht.

Fruchtfliegen. Sie sind überall!

Heute war ich im Edeka und sie waren überall. Am schlimmsten war es auf den Erdbeeren und den Bananen. Es müssen Tausende gewesen sein. Im Oktober! Sterbt endlich, ihr Viecher! Hier bei mir liegt der Staubsauger immer bereit. Erst gestern hatte ich dreißig im Zimmer – in der Küche war das Fenster auf. Ich hasse Insekten.

Erster Tag an der TU KL, einige Eindrücke

Heute war der erste Tag der sogenannten Prowo 2007. Wofür Prowo steht, weiß ich nicht. Ich selbst hätte es eher Owo genannt (für “Orientierungswoche”), oder vielleicht OMO. Wir fingen also an mit einer Versammlung an einem einsamen Parkplatz, den zu finden Teil des Gags war. Danach führte man uns kreuz und quer über den Campus (jaaa und da ist der Professor blabla und hier müsst ihr euch anmelden blabla und dort einen Zettel einwerfen blablabla), wobei ich eine nette Kommilitonin wiedertraf, die ich schon letzte Woche beim WI-(Ch)-Frühstück kennengelernt hatte. Nachdem wir beide uns in der Mittagspause noch etwas die Füße vertreten konnten, wurde es aber schnell ziemlich eintönig: Den ganzen Nachmittag wurden irgendwelche weitgehend sinnfreie Vorträge gehalten, z. B. wie man ein Formular der Bücherei am PC ausfüllt oder nach Büchern sucht. Nicht nur mir, der schon drei Studentenjahre auf dem Buckel hat, ging das zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Abgesehen davon, kam mir auch das Geschwätze in der hinteren Hälfte des Hörsaals sehr bekannt vor. Mich hats nicht gewundert, schließlich kommen die meisten Kinder Kommilitonen ja frisch von der Schule. Das muss man schon mal so sagen: Wenn man bei uns in der Schule eines nicht lernt, dann ist das gutes Benehmen. Darüber lasse ich mich vielleicht einmal in meinem irgendwann aufzusetzenden Politikblog aus… wann mache ich das eigentlich… Wie auch immer; auf die Nachtwanderung, die in diesen Stunden läuft, hatte ich dann nicht mehr so viel Lust.  Ich kann auch hier zu Hause frieren.

Wobei unsere Gastherme ja wieder sauber läuft: Es hatte Wasser im Kreislauf gefehlt. Aufmerksam wie ich bin, hatte ich ja sogar unseren Schornsteinfeger am Freitag gefragt, was das denn solle mit der Anzeige, da sei ja offenbar gar kein Druck drauf. Aber der Herr meinte ja, die Anzeige sei sicherlich kaputt. Der Monteur hat mich dann heute über die allgemeine Kompetenz der Schornsteinfeger ins Bild gesetzt.

Blogroll

Der deutschen Blogosphäre sagt man nach, sie sei klein und reproduziere sich selbst. Das muss wohl stimmen, auch meine Blogroll wächst mangels bloggender Freunde nicht. Aber ersatzweise einfach die meistgelesenen Blogger zu verlinken, bin ich mir und ist mir dieses Blog zu schade. Es gibt genug andere Affen, die sich im Glanze fremden und zumeist besseren Contents sonnen wollen. Meine in Australien weilende Schwester und ihre Freundin lassen sich auch nur einmal in zwei Wochen dazu herab, die Verwandtschaft zu unterhalten. So kann das nichts werden, Kinder! Hat hier denn niemand was zu sagen außer mir? Oder behaltet ihr alle eure spannenden Erlebnisse nur für euch? Wie gemein.

Nachtrag: Meine Schwester schreibt, gemessen an der Zahl der Internetcafes in Oz und der Preise dort seien sie bloggenderweise schon sehr ambitioniert.

Umzug praktisch fertig,

aber immer noch nicht so richtig. Am Freitag war ich nochmal bei IKEA und fand mich dann gestern zum ersten Mal in meinem Leben (!) in der Situation, dass Teile im Karton fehlten. Dass ich sowas noch erleben darf! Ich bekomme das Zeug wohl zugeschickt. Da ich etwa 2,50€ für die Hotline ausgeben musste, gibt es sogar noch Essensgutscheine dazu. Man muss nur freundlich sein und nachfragen, dann geht sowas. Bei der 0180er Hotline von T-Online der Bundespost bekam ich einmal sogar eine Gutschrift auf die Telefonrechnung, als ich den Callcenteragent herumgekriegt hatte.

Unsere Gastherme ist kaputt

Zwei Tage, nachdem der Schornsteinfeger da war, geht unsere Gastherme kaputt. Es läuft rußiges Wasser aus dem Kasten und der Brenner heizt sinnlos hoch. Natürlich passiert sowas an einem Sonntag, denn unter der Woche würde es nur halb so viel Spaß machen. Juhu! Zum Glück funktioniert Spülmittel ja auch bei kaltem Wasser. Und Heizung ist was für Weicheier, brauchen wir hier eh nicht.

Unseren täglichen Baumarktbesuch gib uns heute

Ich schaffe jeden Tag eine neue tolle Sache in dieser Wohnung. Gestern habe ich ein Spiegelschränkchen im Bad montiert; heute habe ich unsere Kücheneinrichtung zurechtgesägt, sodass mein Standherd (Dank an die Großeltern) auch an die Wand passt. Eigentlich hatte ich heute auch noch vor, ganz viele schöne Löcher in unsere Massivbetonwände zu bohren: Für die Stützen der Küchenplatten (immerhin 6 Löcher), für den Staubsaugerhalter in der Abstellkammer (2), für meine Nacht-tisch-schlampe (2), für ein Regalbrett (2), ein Bild (1), die Küchenmaterialdranhängestange von IKEA (mind. 4) und für einen Handtuchhalter im Bad, von dem ich noch nicht weiß, wo er überhaupt hin soll (kein Platz; 2). Und einmal komplett durch die Wand, für das DSL-Kabel in mein Zimmer (1). Das sind im Ganzen 19 Löcher und ein Tunnel.

Wie ich schon schrieb, haben wir hier Betonwände, und da braucht der ernstzunehmende Heimwerker Schlagbohrer. Wegen dieser war ich heute also zum vierten Mal beim Praktiker Baumarkt. Schöne Teile habe ich da gekauft, mit SDS-Plus-Kupplung, wie man sie standardmäßig benutzt beim Schlagbohren. Als halbwegs erfahrener Heimwerker hatte ich damit gerechnet, dass ich die nun in meine Schlagbohrmaschine von TCM hineinstecken kann und dann gehts los. Standard. Aber nein, nein, nein. Diese Maschine hat keine SDS-Plus-Kupplung. Sie hat überhaupt keine Kupplung für Schlagbohrer. Heißt aber trotzdem Schlagbohrmaschine, hat sogar eine Schlagfunktion. Die bringt aber leider nichts, wenn man gleich durch die Wände will.

Jetzt kann ich morgen nochmal zu Praktiker fahren und mir eine richtige Schlagbohrmaschine kaufen. Kein Problem, ich weiß ja auch echt nicht mehr wohin mit dem ganzen Geld.

Nachtrag: Na gut, bei Praktiker gab es von Bosch auch Schlagbohrmaschinen ohne SDS-Kupplung. Jetzt weiß ich es besser, es gibt also auch von Markenherstellern sowas. Jedenfalls besitze ich nun einen Boschhammer. Jetzt bin ich ein richtiger Mann.

So ein Einzug hat es in sich

Ich bin immer noch nicht fertig mit diesem blöden Einzug! Die meisten Umzugskisten stehen zwar zusammengeklappt im Keller, aber dafür geht es jetzt mit der Inneneinrichtung der restlichen Wohnung weiter. Sowohl mein Vorgänger als auch mein Mitbewohner haben hier recht spartanisch gelebt, muss man sagen. Das hat natürlich einen Vorteil: Ich kann selbst bestimmen, was wie gemacht wird. Es heißt aber auch, dass ich alles alleine machen muss, weil mein Mitbewohner fast nie da ist. Immerhin kann ich so das Heimwerkern üben: Wie man elektrische Installationen selbst vornimmt, ohne ein Elektriker zu sein (im Baumarkt habe ich den Angestellten gefragt, wozu der gelb-grüne Draht im Kabel da sei: Es ist der Schutzleiter!) und wie man eine Bohrmaschine bedient, deren Einschalter gerne mal festklemmt (danke TCM für dieses Qualitätsprodukt!). Morgen muss ich zum dritten Mal zu Praktiker, zwei Schlagbohrer kaufen. Dann kann ich endlich noch lauteren Lärm beim Bohren machen.

Mein Mitbewohner will übrigens so bald wie möglich einem Nachfolger Platz machen, da er selbst gar nicht mehr hier in Kaiserslautern studiert. Will jemand zu mir ziehen? Hier ist meine Annonce bei wg-gesucht.de. Eigentlich sollte sich da schnell jemand finden, schließlich schreiben der Wiesbadener Kurier und die Rheinpfalz-Zeitung (oder wie die heißt), dass es in Kaiserslautern zu wenige Zimmer gebe. Na, das ist aber mal eine Überraschung! Die Wohnheime in Kaiserslautern seien “längst ausgebucht”, so eine Dame vom Studentenwerk. Ich selbst habe noch vor vier Wochen dort angerufen: Nein, also, der Wohnungsmarkt in KL sei entspannt. Schon immer. Auch auf meinen Hinweis hin, dass alle Nachbarländer Studiengebühren einführen würden, Rheinland-Pfalz dementsprechend deutlichen Zulauf erhalten werde, entgegnete man, es würde bestimmt noch jeder Bewerber ein Zimmer bekommen.

Alles klar – ich wusste schon, warum ich damals so froh war, dass ich so unkompliziert dieses Zimmer bekommen habe. Auch wenn es recht teuer ist. Am Tag nach meinem Einzug kam noch so eine Überraschung: Gasabrechnung, monatliche Abschlagszahlung von 75€. Mein Mitbewohner war selber überrascht, er selbst war immer von knapp 250€ Miete ausgegangen. Sind dann wohl doch eher 280€, würde ich sagen. Das ist fast so teuer wie damals in Tyresö, Schweden! Leider dauert es von hier aus aber länger nach Stockholm, mit einer halben Stunde Busfahrt ist es nicht getan. Schade, Kaiserslautern – ist echt ein Standortnachteil.

Gestern haben wir hier übrigens geputzt. Teamarbeit: Mein Mitbewohner hat dem Dreck mit Cillit Bang ordentlich eins übergebraten (chemische Keule), und ich hab den desinfizierten Schmutz dann Kraft meiner Hände entfernt. Die Spüle hätte ich fotografieren müssen: Vorher eine bräunliche Schicht im Becken, an der auch Cillit Bang, einmal kurz drübergewischt, nichts ändern konnte. So fix, wie das in der Werbung geht, kann das bei den Telefritzen eigentlich auch nur konzentrierte Schwefelsäure sein. Dann kam ich mit dem Schwämmchen. Was soll ich sagen – wieder wie neu. Alles in allem war die Wohnung schon ziemlich dreckig! Und erst die Fenster. Wie da plötzlich wieder Licht durchkam, einfach herrlich. Da fühlt man sich gleich richtig zu Hause.