Ein allzu flüchtiger Blick in den Rückspiegel

seitens einer A-Klasse-Fahrerin hat mir heute einen glimpflich verlaufenen Unfall beschert. Eben noch fuhr sie an mir vorbei, um dann zu beschließen, auf einen Parkplatz einzubiegen. Als Radfahrer auf dem Radweg ist man sensibilisiert, wenn ein Auto plötzlich langsamer wird, aber meistens warten sie ja brav, bis man vorbeigefahren ist. Was aber soll man machen, wenn ein Auto langsam wird, blinkt, aber nur leicht anschrägt? Vor Angst immer gleich eine Vollbremsung zu machen, das kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, denn so lernt der gemeine Autofahrer: Die bremsen ja eh immer. Ich bevorzuge die Taktik, so schnell zu sein, dass man mich länger wahrnimmt als andere Radfahrer, selbst beim Überholen. Leider ist mein Rad schon etwas älter und die Bremsen sind nicht sehr gut… ich hatte ein neues als Weihnachtswunsch angeplant, mal sehen ob was draus wird.

Es war nun dieses zwar nicht das erste Mal, dass man mir die Vorfahrt genommen hat; jedoch das erste Mal, dass ich erst durch einen mäßigen seitlichen Auf- bzw. Einprall zum Stehen kommen konnte. So, wie es gelaufen ist, bin ich selbst aber praktisch unbeschadet davongekommen. Für die Fahrerin ist die folgende Lektion herausgesprungen: Entweder besser fahren oder öfter mal einen Lackschaden am Auto bezahlen. Reichlich Zuschauer haben hoffentlich mitgelernt, das war sehr praktisch. Wie gesagt, ich war aber langsam genug, dass mir nichts passiert ist.

Gestern noch Business, heute schon Politik. Wie Schröder, nur anders herum.

Nachdem ich gestern wieder viel Zeit hatte, mich über Consulting, BWL und die im Studium anstehenden Klausuren auszutauschen, brauchte ich heute einfach mal was anderes. Deswegen habe ich mich kurzentschlossen in den Vorstand der Liberalen Hochschulgruppe und auf die Kandidatenliste für das StuPa wählen lassen. Die Wahl auf diese Liste war sehr lustig: Nachdem ich noch ohne Gegenkandidat auf den ersten Platz gekommen war, bewarben sich dann immer je zwei oder drei auf die anderen sechs Plätze (für neun Anwesende), worüber dann jedes Mal unter großem Hallo in geheimer Wahl abgestimmt wurde. Zum Glück hatten der Vorsitzende und der Versammlungsleiter das Prozedere sehr gut verinnerlicht, von den Regelungen des Vereinsrechts hatte mindestens ich selbst keine Ahnung. Muss ich mir noch abschauen, werde ich ja vielleicht selbst irgendwann mal drauf haben müssen.

Case Study von VW Consulting

Heute habe ich in meiner ersten richtigen Case Study mitgearbeitet! VW Consulting, vertreten von zwei Mann aus Wolfsburg, stand hinter diesem Workshop. Das Konzept Case Study kannte ich schon aus einem meiner Kurse in Schweden; dieses Mal war aber mit drei Stunden auch der knappe Zeitrahmen gegeben, der zu so einer Aufgabe dazugehört. Grundsätzlich funktioniert es so: Man bekommt einen Haufen Papier mit Zahlen, Daten, Fakten, Geschichtli etc. Daraus muss man, je nach Schwierigkeitsgrad, lediglich Fakten extrahieren, anreichern und präsentieren (wie heute), oder eine unpräzise Fragestellung bearbeiten, oder gar, ganz ohne Frage-/Problemstellung, sich seinen ganz eigenen Weg suchen. Wenn man gut ist, schüttelt man dann noch ein paar Konzepte aus dem Ärmel (SWOT-Analysis, Porter’s 4P usw.), mit denen man die vorliegenden Daten, grob gesagt, in allseits bekannte Schablonen pressen kann. Zum Schluss bauen die Anspruchsvollen dann noch eine PowerPoint-Präsentation (bei unserer Gruppe ging es auch mit Overheadfolien) und ziehen vor der Gruppe eine schöne Show ab.

Am Ende haben wir dann jeder noch ein bisschen Feedback zu unserem Gruppenverhalten bekommen. Damit haben wir alle etwas fürs nächste Mal gelernt – jeder, der mit BWL zu tun hat, kann das gut gebrauchen. Man findet sich wohl, wenn man es darauf anlegt, recht häufig in solchen Workshops wieder. Als Training für Einstellungstests soll das sehr gut sein. Heute war ich jedenfalls, nach Fachsemestern gerechnet, der Jüngste. Also werde ich noch recht viel Training abbekommen können, das ist gut!

Lernen

Dieses Semester habe ich mir vorgenommen, etwa acht Klausuren zu schreiben. Für drei davon gilt, dass ich mir den Stoff selbst aneignen muss, da ich auf vergangene Semester zurückgreife und die Wiederholungsklausuren mitschreiben muss. Daher habe ich schon jetzt angefangen, wann immer es möglich ist zu lernen.

Ich kenne mich nicht damit aus, wie andere Menschen lernen; vermutlich, weil ich noch nie wirklich gefragt habe. Aber wenn ich lerne, passiert es häufig, dass ich mich dabei ertappe, nicht mehr auf mein Blatt oder mein Buch zu sehen, sondern in die Gegend herumzuschauen. Das ist zwar sehr gut für meine Augen, denn sie bleiben immer gut in Form; aber es ist weniger gut für meinen Lernfortschritt. Gestern Mittag habe ich mich einmal sehr kritisch beobachtet und folgendes festgestellt: Ich verträume häufig Beträge zwischen drei und sieben Minuten, schrecke auf, sehe auf meinen Radiowecker und diszipliniere mich. Dann mache ich weiter, bis ich wieder merke, dass ich nicht mehr lerne.

Der interessanteste Moment in diesem Kreislauf ist vermutlich der, in dem ich – von mir selbst unbemerkt – das Buch oder Skript sinken lasse und meine Augen vom Text nehme. Ich möchte versuchen, genau diesen Moment abzupassen und schneller zu reagieren als bisher. Vielleicht ist das mein persönlicher Schlüssel zum Lernerfolg! Gestern Abend habe ich dann nämlich mehr in meinem Einführung-in-die-BWL-Skript geschafft als je zuvor.

100. Geburtstag Astrid Lindgren

Astrid Lindgren wäre am 14.11.07 100 Jahre alt geworden. Wie so oft habe ich auch diesen Geburtstag vergessen, trage meinen Eintrag aber hiermit nach. Bei Süddeutsche Online gibt es einen Artikel, und ich empfehle aufs Neue ihre Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978.

Eine Freundin von mir, Tochter einer Buchhändlerin, hat in ihrem Leben nie Pippi Langstrumpf gelesen. Kann man sich das vorstellen?

Typisch ich!

Heute konnte ich endlich das seit langem erwartete Paket von IKEA in Empfang nehmen, mit einem Kästchen für meinen Kleiderschrank. Ich hatte nachbestellen müssen, weil das mühsam von der Mannheimer Filiale über Umwege nach Hause transportierte erste Paket unvollständig war. Anderthalb Monate nach dem Kauf ist mein Kleiderschrank damit endlich fertig aufgebaut. Aber anstatt dass ich das ganz schnell und zackig über die Bühne bringe, brauche ich über zwei Stunden. Nicht fürs Aufbauen, das hätte auch schneller geklappt – aber ich habe so viel überlegt, was ich mit den überflüssigen Teilen des anderen Paketes machen soll! Ich bin mindestens eine Stunde allein dafür im Zimmer umher gewandert, eine sinnvolle Verwendung zu eruieren. Wenn ich nicht studieren würde und keine interessanten Bücher auf dem Nachttisch liegen hätte, wäre das ja nicht schlimm, aber warum muss ich so viel Zeit verschwenden, obwohl ich jede einzelne Minute besser hätte nutzen können? Jetzt liegt ja doch alles im Müll, zu Recht! Warum ist es nur so schwierig, gute Entscheidungen schnell zu treffen…

Rückblick JCN Days Frankfurt/Oder

Gestern Abend bin ich wieder aus Frankfurt/Oder zurückgekommen. Die JCNetwork Days waren das Beste, was ich seit langem gemacht habe!! So viele Leute, die ambitioniert und motiviert sind. Beeindruckend waren insbesondere die Vorstände der Vereine und des JC Network, die viel Freizeit in etwas investieren, woran sie glauben und was alle weiterbringt.

Wir waren etwa 200-250 Studenten, die Tagung fand im neuen Hauptgebäude der Viadrina (Europa-Universität) statt. Jeder konnte sich seinen Tagesplan selbst zusammenstellen, mit Schulungen und Workshops, die von anderen JClern gegeben wurden. Ich hatte noch am Freitagabend, an dem wir aus Kaiserslautern morgens als erste und damit viel zu früh angekommen waren, eine Erfahrungsaustauschrunde zum Thema Schulungserstellung. Unsere Moderatorin war schon seit vier Jahren im Verein und hat das Ganze derart professionell gemacht, dass Sebastian aus unserem Verein und ich voller Bewunderung waren. Dieselbe gewann dann am nächsten Tag auch den Preis für den besten Workshop, der mit drei Timeslots, von 9 bis 18 Uhr, der längste von allen gewesen war.

Während einige Kommilitonen also bei ihr am Samstag über Kundengesprächsführung hörten, hatte ich mir Teambuilding and Leadership, Kommunikation sowie Konfliktmanagement ausgesucht. Abends waren wir dann nach einem Abendessen in der Mensa (extra für uns!) in einem Club in Frankfurt, wo man dann entweder “netzwerken” oder tanzen konnte. Gestern ging es dann zurück, mit nur einem Stau vor Berlin. Da ich nach Berlin für eine ganze Weile das Steuer übernahm und das Gaspedal unseres Touran im Sinne einer frühen Ankunft meistenteils auf die Bodenplatte trat, entgingen wir sogar noch einem anderen Stau bei Grünberg in Hessen, der bei unserer Ankunft in KL schon 15 km lang war.

Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Fahrt mitgemacht und so viele nette Menschen kennengelernt habe: insbesondere meine Mitfahrer aus Kaiserslautern, aber auch Mitglieder anderer Vereine. Übrigens waren die Abende lange nicht so al-al-allohoool-selig wie ich angenommen hatte, das fand ich gut. Meine Mitfahrer brauchten keinen Rausch auszuschlafen.

Bin weg – JC Days in Frankfurt/Oder

Gleich werde ich abgeholt, es geht nach Frankfurt an der Oder, im gemieteten Touran. Dort finden an diesem Wochenende die JC Network Days statt, eine Tagung/Konferenz/… für studentische Unternehmensberater. Das hatte ich ja schonmal geschrieben. Es gibt eine Rede von Gesine Schwan (doll!) und lehrreiche Seminare, z. B. Kommunikation, Teamarbeit und Konfliktmanagement. Danach werden sich alle am Samstagabend besaufen (außer mir) und das bedeutet, dass ich dann ab Berlin schön auf der A9 gen Süden rasen fahren kann, während die anderen ihren Rausch ausschlafen. Juhu :)

(Un)Sicheres Windows am Heim-PC

Wie ich vorhin erfuhr, wurde der PC meines Bruders gehijackt und zum Spamserver umfunktioniert. Wer das nicht selbst erleben will, dem kann ich zumindest einen wertvollen Tipp geben: Wie man seinen PC mit einfachen und einfachsten Mitteln so absichert, dass Millionen schlechter konfigurierter PCs eine weitaus leichtere Beute sein werden (ergo: wie man sich die Unwissenheit der anderen zunutze macht), erfährt man in diesem ChaosSeminar.

ChaosSeminar/2005/01 (Un)Sicheres Windows am Heim-PC – Chaos Computer Club Ulm

Teil des Inhalts: Warum eine Personal Firewall sinnlos ist, wenn man nicht bewusst Windows-Dienste ins Internet anbieten will. Obwohl das von allen Lesern sicherlich die wenigsten wollen, tun es die meisten – ohne es zu wissen. Im wirklichen Leben wäre das etwa so, als würde man nachts die Haustür und alle Fenster sperrangelweit offen stehen lassen, sich aber zur Beruhigung eine Alarmanlage kaufen. Wie man die Windows-Dienste abschaltet, steht bei dingens.org.

Übrigens: Nach ausführlichen Recherchen und Vergleichen bin ich selbst nach wie vor Nutzer von AntiVir. Man darf nicht erwarten, für viel Geld auch viel Virenschutz zu bekommen. Ich persönlich zahle lieber gar nichts und bekomme einen guten Scanner; kann aber sein, dass einige das Gegenteil bevorzugen. Dass man aber trotz Virenscanner nicht auf alles klickt, was einem ins Gesicht springt, sollte klar sein. In diesem Sinne, Famous Last Words:

“Wieso, ich hab doch einen Virenscanner?”

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Da unsere Regierung es ja beharrlich darauf anlegt, uns alle zu gläsernen Bürgern zu machen (siehe heise.de), habe ich mich schon im Juli der Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung angeschlossen. Rechtsanwalt Meinhard Starostik hat von mir eine Vollmacht erhalten, mich bei einer Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht zu vertreten (ein Vollmachtsformular wird nach der Eintragung beim AK Vorrat, siehe zweiter Link, zum Download bereitgestellt). Ich bin damit einer von bislang knapp 25.000 Bürgern (Stand 5.11.07), die sich so gegen die Aushebelung des Fernmeldegeheimnisses wehren wollen. Von diesen sind bisher 7.234 Vollmachten bei RA Starostik eingegangen (Stand 7.11.07).

Wem von meinen Lesern ist dieses im Grundgesetz festgelegte Recht auf unbehelligte Kommunikation etwas wert? Ich rufe zur Beteiligung auf. Es ist noch bis zum 19.11.07 Zeit, sich anzuschließen. Zwar ist ein Erfolg nicht von der Zahl der Teilnehmer abhängig, aber es wird ganz sicher auch nicht schaden. Je mehr Menschen sich anschließen, desto höher die Symbolwirkung!

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Hier ein Mitschnitt der Sendung “Stadtgespräch Kontrovers” mit RA Starostik zu diesem Thema.