Ein allzu flüchtiger Blick in den Rückspiegel

seitens einer A-Klasse-Fahrerin hat mir heute einen glimpflich verlaufenen Unfall beschert. Eben noch fuhr sie an mir vorbei, um dann zu beschließen, auf einen Parkplatz einzubiegen. Als Radfahrer auf dem Radweg ist man sensibilisiert, wenn ein Auto plötzlich langsamer wird, aber meistens warten sie ja brav, bis man vorbeigefahren ist. Was aber soll man machen, wenn ein Auto langsam wird, blinkt, aber nur leicht anschrägt? Vor Angst immer gleich eine Vollbremsung zu machen, das kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, denn so lernt der gemeine Autofahrer: Die bremsen ja eh immer. Ich bevorzuge die Taktik, so schnell zu sein, dass man mich länger wahrnimmt als andere Radfahrer, selbst beim Überholen. Leider ist mein Rad schon etwas älter und die Bremsen sind nicht sehr gut… ich hatte ein neues als Weihnachtswunsch angeplant, mal sehen ob was draus wird.

Es war nun dieses zwar nicht das erste Mal, dass man mir die Vorfahrt genommen hat; jedoch das erste Mal, dass ich erst durch einen mäßigen seitlichen Auf- bzw. Einprall zum Stehen kommen konnte. So, wie es gelaufen ist, bin ich selbst aber praktisch unbeschadet davongekommen. Für die Fahrerin ist die folgende Lektion herausgesprungen: Entweder besser fahren oder öfter mal einen Lackschaden am Auto bezahlen. Reichlich Zuschauer haben hoffentlich mitgelernt, das war sehr praktisch. Wie gesagt, ich war aber langsam genug, dass mir nichts passiert ist.

Bislang 1 Kommentar

  1. Julian 30. November 2007 17:25

    Schön, dass dir nichts passiert ist!

    Als Autofahrer schimpft man ja gerne über Fahrradfahrer, und das kann ich auch gut verstehen, kenne ich doch inzwischen beide Seiten. Ich gebe zu, wenn ich im urbanen Raum unterwegs bin (mööönsch Julian, Fachtermini!!11einself), fühle ich mich als Radler ein bisschen wie ein behändes Kletteräffchen unter Massen schwerfälliger Gorillas. Ein schönes Gefühl, dass aber allzu häufig auch den Blick für’s Risiko trübt. In Dieburg hatte ich auch schon die ein oder andere kritische Situation, aber wie du ganz richtig sagst, meistens warten sie ja brav, oder schauen eben in den Rückspiegel (btw. – Schulterblick – na, klingelt’s? War mal so ein Unterthema in der Fahrschule).
    Jetzt wo’s kalt wird, bin ich häufig mit Kaputze unterwegs, und dass hat mir letztens eine Situation beschert, die ich zum Anlass genommen habe, etwas umsichtiger zu sein (so umsichtig, wie es eine Kaputze eben zulässt). Im Ggs. zu deiner Geschichte, war ich aber Schuld. Weltstadt Altheim, Menschen: ca. 19 (meine Schüler), Autos: ca. 500 (parken aber alle). Gemäß dieser Eindrücke bewege ich mich normalerweise auch dann, doch beim Herausfahren aus einem kleinen Fußweg auf eine Straße habe ich dann doch erst im allerletzten Moment nach links geschaut, was zu Folge hatte, dass die die Schnauze der C-Klasse eines alten Opas so nah am Asphalt war wie schon lange nicht mehr, und mein Hinterrad im Gegenzug einen auf Himmelsstürmer gemacht hat. Zum Glück sind Lenas Bremsen top eingestellt (props gehen raus an my man Peter). Ein charmantes Lächeln meinerseits wischte dann zum Glück den schockierten Blick aus dem Gesicht von Omi Beifahrer; und am Ende durfte ich dann doch noch als erster fahren. Muhar, elendige Gorillas, wieder einmal einmal ein Sieg für die Geächteten Kletteräffchen.

    Lustig übrigens, dass du auch über einen Drahtesel zu Weihnachten nachdenkst. Ich werde mir wohl auch ein neues Fahrrad “wünschen”.

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