Es saugt der Heinzelmann

Nach dieser kleinen Weihnachtspause, dir mir durch ärztliche Prognosen etwas versaut wurde (muss mich in ein paar Monaten leider nochmal wegen meines Rückens operieren lassen, unvorhergesehenerweise), bin ich jetzt wieder in KL. Mein Koffer war schon auf der Hinreise voll, aber ich bekam dennoch alles rein, was ich geschonken gekrochen hatte. Dafür konnte man aber auch selbst dann noch meinen Pullover im Koffer sehen, als alle Schließdingensens zu waren. Markenqualität von Aldi, deren zwei Besitzer ich vorgestern zu meiner großen Überraschung im letzten Spiegel zusammen abgebildet sah. Das Foto wirkte recht aktuell; es war sicher ein großer Moment für den Fotografen, als er die beiden gleich in einem Aufwasch zusammen “abschießen” konnte, wie es fachsprachlich heißt. Das letzte Foto war nämlich schon 20 Jahre alt.

Ansonsten läuft jetzt endlich wieder Bittorrent bei mir (Filesharing). Nachdem unsere Vormieter sämtliche T-Online-Zugangsdaten und das Routerpasswort verschlampt hatten, musste ich bis zur Weihnachtspause warten, dass man mir neue Daten zuschicken konnte. Bei der Telekom weiß man nämlich nie, wie lange die für den Versand brauchen, und während man wartet, kann man nicht ins Netz. Jetzt muss ich einiges aufholen (selbstverständlich ziehe ich nur Freeware und gemeinfreie Dateien, ist doch klar).

Als ich noch Kind war,

gingen Weihnachten immer Wochen von Vorbereitungen voraus. Es gab Kerzen und Kekse auf den Schulbänken, Adventskalender mit kitschigen Motiven, am sechsten Dezember wurden die Schuhe vor die Tür gestellt. Heute ist davon leider nichts mehr übrig. Der erste Nikolaus in diesem Jahr wurde uns Studenten gegeben durch Prof. Lingnau, der sich hinter den Kulissen der “Finanzbuchhaltung” am 20.12. kurz eine Kutte überwarf. Ho ho ho! Als er sich dann nach einem kleinen Vortrag von den Studenten feierlich verabschiedet hatte, fing die Hälfte der Anwesenden schon an einzupacken – eine halbe Stunde vor dem Ende. Da hatten sie nur nicht mit Lingnau gerechnet: Der kam ohne Kutte aus der Kulisse zurück und machte einfach mit der Vorlesung weiter. Um es genau zu sagen: Mit der kumulativen Allphasennettoumsatzsteuer im Vorsteuerabzugverfahren. Von wegen Weihnachten.

Jedenfalls glaube ich, dass mein Weihnachtsgefühl wesentlich an einer Sorte Geschenk gehangen hat: Lego. Da ich seit Jahren keines mehr bekomme, war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Angelegenheit überlebt haben würde. Aber das passt irgendwie schon wieder zu mir. In diesem Sinne: Fröhliches Geschenkefest!

Wahlplakate

Zu jeder richtigen Wahl gehören auch ordentliche Plakate. An der TU gibt es zwar nicht viele brennende Themen – anscheinend verhindert die Pälzer Gemütlichkeit auch das. Dennoch konnten zwei Themen in Wort und Bild gefasst werden, die hoffentlich ein großes Wählerpotential haben und die Studenten an die Urnen bewegen. Außerdem präsentiere ich hiermit meines und Su Shens Wahlplakat – wir sind Nr. 1 und 2 auf der StuPa-Wahlliste der Liberalen Hochschulgruppe.

LHG Plakat Druckzentrum

LHG Plakat Bibliotheken

LHG Plakat Manuel

LHG Plakat Su Shen

Wahlvorbereitungen

Gestern war das letzte Treffen der Liberalen Hochschulgruppe vor der Weihnachtspause. Unsere Vorbereitungen zu Wahl zu Studierendenparlament und Senat der Uni laufen auf Hochtouren: Das Layout für unsere Wahlplakate steht, nächste Woche gehen sie in Druck. Einige von uns können sogar A3-Farbdrucke machen, und die LHG selbst hat auch ein Kontingent.

Ich bin gespannt, wie stark die Konkurrenz plakatieren wird. Wir versuchen, uns an den Profis zu orientieren und machen daher insbesondere Gesichterplakate mit einfachen, kurzen Slogans. Daneben gibt es programmatische, kleinere Plakate und programmatische Handzettel, die wir verteilen wollen. Davon muss auch so viel wie möglich noch in diesem Jahr gedruckt werden. Es gibt also noch einiges zu tun…

Highlight des Semesters

Gerade komme ich von einem Vortrag eines Professors aus Maryland über US-amerikanische Politik und Ökonomie, Schwerpunkt George W. Bush. Das war wirklich das beste, was mir in diesem Semester bisher geboten wurde. Vom Fachlichen abgesehen, das viele Überschneidungspunkte mit dem Buch “Weltmacht USA – ein Nachruf” von Emmanuel Todd bot (ein fantastisches Werk, das jeder halbwegs an der Weltökonomie, indirekt also auch am eigenen Schicksal interessierte, aufgeklärte Mensch gelesen haben sollte), war insbesondere die Darbietung großartig. Ein wenig Sarkasmus, die Leute mit einbeziehen, das kann einerseits schon ausreichen, die Zuhörer bei Stange zu halten, kann darüber hinaus aber – wie heute in meinen Augen geschehen – einen ansonsten schon recht interessanten Stoff nochmals so aufwerten, dass ein Vortrag als Erlebnis empfunden wird. Anscheinend haben Dozenten aus den USA generell ein Talent zu didaktisch geschickter Aufbereitung des Stoffes: Das hörte ich zum einen von einer Kommilitonin nach dem Vortrag, zum anderen sind amerikanische (College-)Lehrbücher, wie ich selbst an drei Beispielen kennenlernen konnte, viiiiiel lesbarer als die deutschen.

Ich will die deutschen Dozenten nicht schlechter machen als sie sind; ich höre hier einige gute und interessant gemachte Vorlesungen, die zwar selten Humor bieten, aber dennoch gerne besucht werden. Aber meine Generation hat auch immer noch das zweifelhafte Vergnügen, auf Overheadrollen aufgeschriebene Formeln abzuschreiben. Das hatte ich in Darmstadt in Physik (der Professor ist inzwischen in Ruhestand), das habe ich auch hier. Aber das wird immerhin dann noch spannend, wenn man Zeichen nicht lesen kann und im Auditorium kleine Diskussionen entstehen – die mit deviatorischem Geschick dann auch in Richtung anderer Themen fortentwickelt werden können. Zufälligerweise haben immer die Kommilitonen, die hinter oder neben mir sitzen, ein erstaunliches Talent darin!

Ganz übel sind aber Vorlesungen, in denen der Dozent nur mit seinem Laptop spricht und den trockenen Stoff in keiner Weise entstaubt. Aber vielleicht tue ich dem Dozenten, an den ich da denke, Unrecht. Man hat es halt in der Soziologie einfacher mit Sarkasmus zu arbeiten als in Fächern, in denen sich ausschließlich mit Rechenoperationen beschäftigt wird.

Weihnachtstraditionen

Auch wenn ich seit drei Jahren jedes Mal von einer anderen Uni, aus einem anderen kulturellen Umfeld (sic!), gar aus einem anderen Land zu Weihnachten nach Hause komme, ist es irgendwie beruhigend, dass sich nichts ändert an den weihnachtlichen Familientraditionen. An Heiligabend stehen ein Baum im Wohnzimmer und Pasteten mit Ragout Fin auf dem Tisch, am 25. gibt es lecker Fleisch und am 26. wird auf dem Frankenstein großmuttergeburtstäglich getafelt. Wie in jedem Jahr werde ich dort auch wieder meine Böller aus der letzten Saison dazu verwenden, den Müll vor den Burgmauern in kleinere Stücke zu teilen. Ich stehe also quasi kurz davor zu behaupten, ich könne mich in konservative Menschen hineinversetzen. Aber so verschroben bin ich ja zum Glück doch noch nicht.

Natürlich kann aber nicht alles ewig unverändert bleiben. Nächstes Jahr wird Heiligabend nicht mehr in Hessen gefeiert, sondern in Bayern, dann im neuen Haus meiner Eltern – mit zwei Gästezimmern! Das bedeutet: ein Raum für mich alleine! Es hat auch Vorteile, wenn Zwillinge im Haus sind. Meine Geschwister haben es neun Monate zusammen ausgehalten, dann können sie auch nochmal ein oder zwei Wochen in einem Zimmer schlafen. Wenns geht im kleineren, ich brauche viel Platz für meine Geschenke.

Irgendwann werde ich dann selbst ein Haus und Kinder und all sowas haben, und dann wird sich alljährlich meine Großfamilie bei mir einfinden. Es wird sein wie in ‘Kevin allein zu Haus’ oder anderen amerikanischen Filmen, wo ungefähr fünfzig Verwandte über Weihnachten zu Besuch kommen, im Haus alle prima Platz haben, es reichlich zu futtern gibt und draußen eine A380 in der Einfahrt landet, weil die Piloten meine hell erleuchtete Einfahrt für die Landebahn des Rhein-Main-Airports und den elektrisch betriebenen Weihnachtsmann mit seinem Schlitten, den zwanzig Rentieren und dem rund um die Uhr laufenden “Jingle Bells” im Vorgarten für den Einweiser gehalten haben. Apropos, habe ich schon gesagt, dass ich nicht an eine globale Erwärmung glaube? Das haben sich die Grünen doch alles ausgedacht…

Prüfungsärger

Heute war ich im Prüfungsamt und wollte mich eigentlich für meine ersten Vordiplomsklausuren anmelden. Erfahre ich dort aber glatt, dass ich, wenn ich so weit bin, dann alle diese Prüfungen in zwei Semestern durchziehen muss, und zwar ohne Wenn und Aber. Das hätte im Zweifel bedeutet: Hätte ich zu den Prüfungen im Sommersemester nicht jede einzelne Scheinklausur bestanden gehabt, hätte ich automatisch 5.0 auf die verbliebenen Vordiplomsklausuren bekommen. Dann hätte ich noch ein Semester Zeit und die Wiederholungsklausuren gehabt, um den ganzen verbliebenen Rest zu bestehen, ansonsten wäre ich raus gewesen aus dem Laden hier. Klar, dass ich dieses Risiko nicht eingehen kann. Das bedeutet, dass ich meine avisierten Klausuren komplett umschmeißen muss. Mein Prüfungszeitraum wird damit vorverlegt in den Januar und Februar, und die Lernphase beginnt genau dann, wenn ich von meinen Kommilitonen in den höheren Semestern die Unterlagen bekommen habe. Hach, wie hab ich den Lernstress vermisst!

Vorweihnachten

Samstagmittag im Dezember – draußen ist es duster, ich habe Licht an und lerne. In der Schulzeit konnte ich auch mal einen ganzen Samstag lang nur backen, aber jetzt im Studium ist mir die Zeit zu knapp. Ich habe mir aber fest vorgenommen, von meiner eigenen Küche auch Gebrauch zu machen, wenn ich mal arbeite. Dann werde ich im Dezember einen vollen Plätzchenteller haben! So lange muss ich eben noch ausharren…