Parlamentarier

Gestern Abend wurden uns die Wahlergebnisse bekannt gegeben. Demnach hat die LHG zwei von siebzehn Sitzen im StuPa und einen von drei Sitzen im Senat gewonnen. Damit bin ich ab 13.2. StuPa-Abgeordneter. Ich freue mich auf diese Arbeit; glaube ich doch, dass es gerade diese Chance zum Engagement war, die mir in Schweden sehr gefehlt hat. Jetzt geht es richtig los, mein Studentenleben :)

Wahlen in Hessen

Heute ist endlich der Tag gekommen, an dem Roland Koch in Hessen hoffentlich abgewählt wird. Dieser Mann, der selbst vor Meineid nicht zurückschreckt und sich in jüngster Zeit dem harten rechten Rand des Wählerspektrums anbiedert, war von Anfang an eine Fehlbesetzung. Dass die Hessen ihn sogar noch wiederwählten, kann ich nur als eine kollektive Amnesie interpretieren, schließlich lag der Spendenskandal damals nur kurz zurück.

Leider meinte ja Westerwelle, sich einer Koalition mit SPD und Grünen im Namen der hessischen FDP schon im Voraus verweigern zu müssen. Hätte ich heute die Wahl, würde für so viel politische Blödheit meine Stimme an SPD und/oder Grüne gehen, denn alles ist besser als Roland Koch und seine grundfalsche Bildungs-, insbesondere Hochschulpolitik. Es sich mit dem nachwachsenden Wählerpotential so zu verderben – gerade an den Schulen und Hochschulen wird ein regelrechter Hass auf Roland Koch gehegt -, zeigt nur wieder, dass Westerwelle zwar ein brillanter Redner, unter dem Strich aber ein Klotz am Bein der FDP ist.

Kochen mit Abdallah

Am Donnerstag feierte meine neue Freundin Anke ihren Geburtstag, in der Kellerküche ihres Wohnheims. Da noch Bedarf bestand, konnte ich ein neues Rezept für Chili con Carne anbringen, welches ich aus einem Videoausschnitt von Galileo abgeschrieben hatte (der Sendung mit der Maus für Große). Hat hier schonmal jemand dunkle Schokolade ins Chili getan? Nein? Das solltet ihr aber. Endlich ist mir klar, wie man ein gutes Chili kocht! Mir kommt keine Tüte mehr ins Haus! Was man braucht und wie es geht (6-7 Personen):

1 kg Hackfleisch vom Rind (frisch!! Kein TK!!)
1 große Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1 (normal) oder 2 (scharf) Chilischoten (10-15 cm lang, grün und rot)
Salz (reichlich), Pfeffer, Kreuzkümmel (bei uns leider nicht erhältlich, ich nahm stattdessen: Paprikapulver)
200g Tomatenmark
4 Dosen ganze Tomaten
300 ml Fleischbrühe
1,5-2 Dosen Kidneybohnen
Tiefkühlmais, alternativ eine große Dose Mais
Frische Paprika nach Belieben
100g 70%ige Schokolade

Großen Topf nehmen, Öl erst in den heißen Topf geben. Hackfleisch in kleinen Stücken anbraten, wenig umrühren. Sollte das Fleisch wässern, abgießen – wir bereiten keine Fleischsuppe zu! Zwiebeln und Knoblauch kleingehackt dem bereits recht garen Fleisch beigeben. Gewürze erst nach dem Anbraten beigeben. Chilis an den Stielen fassen, der Länge nach halbieren. Zuerst Kerne und weißes Fleisch mit dem Messer entfernen, dann in kleine Streifen schneiden und zugeben. Nichts mit den Fingern anfassen, auf keinen Fall mit den Fingernägeln Kerne auskratzen! Alternativ Handschuhe tragen!

Tomatenmark andünsten, sofern Topfboden noch erkennbar. Falls nicht, Dosentomaten auch gleich dazugeben. Mit dem scharfen Deckelrand kann man diese auch gleich noch kleinschneiden. Mit Fleischbrühe nach Bedarf aufgießen, zehn Minuten köcheln. Dann das Gemüse ohne Dosenbrühe dazugeben, Mengenverhältnis zum Fleisch je nach Geschmack. Zum Schluss die Schokolade hinzugeben. Zehn Minuten köcheln.

Das Chili schmeckt nach meinem Empfinden erst am nächsten Tag wirklich gut. Ich würde es beim nächsten Mal tatsächlich eine Nacht stehen lassen, dann mit Weißbrot servieren. Dazu kann man ein Schälchen Creme Fraiche zum Nachnehmen reichen.

Der Tipp mit den Fingern möchte ernst genommen werden. Schnell hat man sich das Capsacein in die Augen gerieben, und wenn es erstmal unter den Fingernägeln ist, wird es mit dem Handwerken oder Schreiben die nächsten Tage ziemlich schwierig. Wer es nicht glaubt, sollte es dennoch nicht ausprobieren, das habe ich ja schon gemacht.

Anke fährt auf meinem neuen Fahrrad

Die Länge des Jahres

Kinder empfinden ein Jahr viel länger, weil sie viel mehr erleben als Erwachsene: Sie lernen in der Schule viel Neues, Hobbies und Interessen kommen und gehen auch ziemlich schnell bei den meisten. Ich weiß das noch sehr gut von mir. Erwachsene hingegen machen doch irgendwie immer dasselbe: Sie gehen Jahr um Jahr zur gleichen Arbeit (wobei die allermeisten Jobs ohne und selbst manche mit Hochschulqualifikation bestimmt elend öde sind) und in der Freizeit lernen sie auch nix mehr, sondern müssen sich um den Haushalt kümmern und danach fernsehen, um sich von der vielen Arbeit zu entspannen.

Ich glaube, wenn Erwachsene (insbesondere Berufstätige) ihr Leben spannender gestalten könnten bzw. würden, dann käme es ihnen auch nicht so vor, als sei die Zeit mal wieder dahingeflogen wie nichts. Später brauchen sie dann auch nicht zu bereuen, dass sie nichts erlebt haben und ihr Leben so schnell vorbei war. Außerdem brauchen nachfolgende Generationen sich dann nicht erzählen zu lassen, dass es als Kind ja sooo schön war, aus der Sicht eines Kindes ist das nämlich ziemlicher Schwachsinn. Ich bin ja längste Zeit meines Lebens Kind gewesen, mir braucht keiner was zu erzählen.

Jedenfalls, wenn ich so an mein Jahr zurückdenke, dann habe ich insbesondere im Sommer eine ganze Zeit lang einfach nichts gemacht, dessen ich mich erinnern würde. Von Juni bis Oktober hatte ich quasi eine nahezu erlebnisfreie Zeit – ich will nicht sagen, mein Praktikum war nicht lehrreich, aber spannend geht anders. Dagegen habe ich ab Oktober richtig viel erlebt, gerade eben, weil ich erleben wollte und endlich wieder konnte. Ich hoffe, dass ich mit dem Diplom nicht das Erleben einstellen muss. Wäre echt schade!

Also, liebe Erwachsenen, macht was aus eurer Freizeit, wer es nicht bereits tut.

Heute ist mein neues Rad angekommen!

Ich hatte es am Donnerstag bei fahrrad.de bestellt. Der Shop machte so einen guten Eindruck, dass mich die Konkurrenz gar nicht erst interessiert hat. Ich finde, dass so vollendete Kundenorierentierung einfach belohnt werden muss. Sowas ist mir als alter Verlaufsoptimierer und Kaizen-Fan einfach verdammt wichtig.

Meine Planung sah ja schon eine ganze Weile vor, diesen Kauf zu tätigen. Bis Donnerstag hatte ich es rausgeschoben, aber dann musste es schließlich sein. Morgens hatte ich es wider besseres Wissen ein letztes Mal darauf angelegt, mit den Hinterreifen eine kleine Vollbremsung mit seitlichem Rutschen zu produzieren, und dabei ist mir dann das Bremsseil gerissen. Die letzten zehn Jahre hatte es aber ganz gute Dienste geleistet. Das vordere Bremsseil war mir schon zu meiner Zeit in Darmstadt flöten gegangen, als ich einmal beschloss, an der Ampel zum Schluss nochmal so richtig fest zuzugreifen. Gut, dass es damals so passiert ist und nicht in der Fahrt.

Jetzt habe damit also auch endlich ein Rad, das meiner Körpergröße und dem Stand der Technik enspricht, mit Federgabel, V-Brakes und Nabendynamo, wie mein Vater mir riet. Und nur Shimano Deore Komponenten, alles Deore!

What am I? & Waldo Caught On Tape!





Dank an Julian für die Hinweise!

Frisur nach schwedischem Vorbild

Am Montag, so habe ich heute entschieden, werde ich nach langer langer Zeit mal wieder zum Frisör gehen. Mein Haar ist bald lang genug, dass mir nicht ständig die Strähnen ins Gesicht fallen. Zur Frisurensuche habe ich das Internet genutzt; es war in Schweden, wo ich aufhörte mir die Haare schneiden zu lassen, und zwar wegen der coolen Frisuren, die die Männer dort hatten. Dementsprechend habe ich auch hauptsächlich auf einer gewissen schwedischen Seite nach guten Frisuren gesucht. Der hauptsächliche Zweck dieser Seite scheint zu sein, Fotos der Stockholmer “Överklass” aus den einschlägigen Clubs zu publizieren. Wer die Leute sind, kann mir dabei ja herzlich egal sein, solange die Frisur stimmt. Und hier mein Favorit:

Ein blonder Schwede in einem Stockholmer Club

Herr Wendt, mein Professor für “Einführung in die BWL”, der sich seit bestimmt anderthalb Jahren nicht mehr die Haare hat schneiden lassen, hat es ähnlich gemacht: Er hat die Seiten von Wella und anderen Firmen besucht und wie ich die Bilder abgespeichert, die ihm gefielen. In der letzten Vorlesung vor Weihnachten hat er dann die letzten zwanzig Minuten darin investiert, seine zwölf Favoriten dem Auditorium vorzuführen. Wer sich dazu durchringen könne, ihm eine Präferenzordnung unter den Frisuren zu mailen, habe die Chance auf einen Preis. Ich habe vergessen, was es war; vielleicht ein Treffen mit ihm gleich nach dem Frisörbesuch oder so… ach nein, es war wahrscheinlich eine Flasche Sekt.

Mein Gesicht überall!

Seit Freitag hängen unsere Plakate an der Eingängen aller wichtigen Gebäude. Henning und ich haben den letzten Tag der Weihnachtspause ausgenutzt, es war noch sehr wenig los an der Uni – und noch viel wichtiger: Es hing kein einziges Plakat der Konkurrenz. So hat die LHG in diesem Jahr also den sogenannten First Mover Advantage, wie es im Marketing heißt. Das bedeutet, dass man als erster am Markt automatisch eine bessere Position hat als die Konkurrenz – in unserem Fall beispielsweise dadurch, dass wir die drängenden Themen als erste aufgegriffen haben, oder auch dadurch, dass wir einfach die besten Stellen schon beklebt haben.

Allerdings kann uns das frühe Handeln auch zum Nachteil gereichen: Einmal kann es sein, dass andere Gruppen unsere Plakate entfernen und ihre eigenen aufhängen. In dem Fall müssten wir aus unserem Vorrat nachplakatieren; das macht erneut Arbeit, wo wir am Freitag schon fünf Stunden investiert haben. Und zum anderen wäre es ebenso gut denkbar, dass sich die Wählerschaft an unseren Plakaten sattsieht, weil sie so lange hängen (immerhin drei Wochen). Im Marketing gibt es nämlich auch das Gegenteil des First Mover Advantage – wer kurz vor der Wahl massiv plakatiert, könnte rein theoretisch die Wähler wieder auf seine Seite ziehen. Ungefähr wie bei eBay, wenn man sechs Sekunden vor dem Ende der Auktion nochmal schnell 1000€ eingibt, um die CD doch noch zu bekommen.

Manuel am Schaukasten

Ich vor unserem Schaukasten.

Henning im Gebäude 12, Westeingang

Henning an unserem A0-Plakat zum Druckzentrum, ein echtes Highlight! Von außen hinterleuchtet, strahlt es die E-Techniker an ihrem Gebäudeausgang an.

0180-Telefonbuch

Als deren Kunde weiß ich nur zu gut: Der Ärger mit der Telekom und ihrem ehemaligen Tochterunternehmen T-Online (inzwischen wieder Teil des Mutterkonzerns) geht genau so lange, wie man dort Kunde ist. Da ist es gut, wenn man Wege kennt, die teuren Hotlines zu umgehen; im Fall der Standardhotline 01805-305000 von T-Online werden sonst Minutengebühren von derzeit 14 Cent fällig.

Im Serviceportal von teltarif.de ist es möglich, kostengünstigere und kostenfreie Alternativen zu allen möglichen Sonderrufnummern anzuwählen. Speziell zur Ersatzrufnummer für T-Online kann ich sagen: Der Kundenberater ist wahnsinnig schnell in der Leitung, selbst am Feiertag. Das liegt vermutlich daran, dass die Leitung in der Vermittlung priorisiert wird, da sie nur zum internen Gebrauch bzw. zur Weitervermittlung verwendet werden soll und man die Mitarbeiter (mit dem Kunden im Rücken) natürlich nicht unnötig lange warten lassen will.

Das 0180-Telefonbuch lebt übrigens von der Mitarbeit der Nutzer. Wer also solch eine Abkürzung kennt, kann sie dort zum Vorteil aller eintragen lassen. So habe ich es auch mit meiner T-Online-Ersatznummer gemacht, die ich von deren Callcenter erhalten hatte.