Spekulation zur Schulpolitik
Folgender Gedanke kam mir soeben: Im Vergleich zur Einheitsschule oder Gymnasium+Realschule hat das dreigliedrige Schulsystem den Vorteil, dass ein Teil der Schüler die staatlichen Schulen regulär nur neun Jahre in Anspruch nimmt. Könnte es sein, dass gewisse Politiker bei der Verteidigung dessen bislang insbesondere an die Kosten gedacht haben? Kindern Wissen zu verweigern, weil das mit höheren Kosten einhergeht – kein allzu abseitiger Gedanke, das traue ich denen allemal zu.
dass haupt-, realschule und gymnasium fusioniert werden, oder besser gesagt, gleichgestellt werden, ist trotz der evtl. konstenersparnis nicht so sinnvoll, finde ich, denn es gibt nun mal menschen unterschiedlicher intelligenz, die nur ENTSPRECHENDEN schulischen anforderungen gerecht werden können. außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass man die schule wechseln kann, wenn er sich z.b. in der realschule unterfordert fühlt. also, was soll diese vereinheitlichung? wäre das ferner nicht noch schwieriger für die lehrer, die sich an noch eine größere bandbreite von schülern unterschiedlicher leistungsfähigkeit anzupassen? “Es benachteilige arme Kinder, Schüler aus Migrantenfamilien und Kinder mit Behinderungen”, so heißt es im SPON, jedoch ist die möglichkeit, auf ein gymnasium zu gehen und top-abitur zu machen, solchen kindern nicht vorenthalten worden, sondern manche von ihnen nutzen die chance einfach nicht…
… was man den Kindern selbst aber auch nur bedingt vorwerfen kann, denn im schulpflichtigen Alter sehe ich zuallererst die Eltern hinter dem Kind stehen. Wer als Kind nicht vorgelesen bekommt, zu nichts angespornt wird, gar das Gymnasium im Elternhaus aus falschen Stolz heraus abgelehnt wird, der landet dann doch nicht auf diesem, sei die Begabung auch vorhanden.
Es ist nunmal Fakt, dass sich die Immigrantenkinder vor allem in den niederen Schulformen sedimentieren. Schulpolitik muss daher gerade auch als Integrationspolitik verstanden werden, und in dieser Hinsicht ist sie wohl gescheitert.