Mehr Geld für Politiker!

Sie ist ein klassischer Zankapfel der parlamentarischen Demokratie: Die Diätenerhöhung. Wie üblich, gab es auch dieses Mal wieder viel schlechte Presse, als die Diäten gemäß dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst erhöht werden sollten (was angesichts einer Koppelung an die Bezüge einfacher Bundesrichter nur konsequent war). Grandios ein Zitat von Peter Struck hierzu:

“Wenn der Bundestag beschließen würde, dass sich die Abgeordneten drei Mal pro Woche auspeitschen lassen, würde die BILD-Zeitung schreiben: Drei Mal ist zu wenig, es müssten sechs Mal sein.”

Die Oppositionsparteien hatten ihre Minderheit bereits im alten Jahr in dieser Sache weidlich ausgenutzt und seinerzeit geschlossen gegen die erste Erhöhung seit 2003 gestimmt. Natürlich, so kann man sich vor dem Pöbel profilieren: Linke, Grüne und FDP in seltener Einigkeit.

Nun hat die Koalition selbst einen Rückzieher gemacht und damit ein klassisches Schuldeingeständnis abgeliefert. Es ist genau diese mangelnde Standfestigkeit, dieses Zurückrudern vor einer geifernden Medienmeute, die das Bild vom gierigen Bundestag nun perfekt abrundet. Wie zu vernehmen ist, knickte ausgerechnet die SPD ein. Überrascht mich das? Mitnichten. Wenn sich eine Partei mit dem Einknicken auskennt, dann die SPD! Gut, wenn man dann noch einen Koalitionspartner hat, den man mit sich in den Sumpf ziehen kann.

Von der miserablen Taktik der Koalition einmal abgesehen, mag man sich dennoch vereinzelt die Frage stellen: Wie hoch soll eine angemessene Diät sein? Zur Erinnerung: Dieses Gehalt soll auch und insbesondere dazu dienen, die Unabhängigkeit der Abgeordneten zu gewährleisten. Zur Alternative stehen schlecht bezahlte Marionetten, die sich von Interessengruppen abhängig machen müssen.

Kritiker der “raffgierigen Politiker” führen zunächst instinktiv irgendeinen Vergleich an, der noch jede Erhöhung schändlich und morallos erscheinen lässt. Steigerung übertrifft Betrag des Hartz-IV-Satzes – unerhört, unverschämt, die armen Arbeitslosen (schreit es am Stammtisch). 16,4% Erhöhung: Das bekommt keine Krankenschwester, so viel Geld nur für heiße Luft! Die sollten lieber weniger reden und mal “was machen”! (Aber hinterher wie immer über die leeren Reihen bei den Debatten schimpfen.)

Sicherlich, es ist viel Geld, das man im Bundestag bekommt. Zumindest in der Relation zum Gehalt eines ungelernten Arbeiters oder eines arbeitslosen Arbeitslosen, der sich von der Welt betrogen und von der Politik persönlich verraten fühlt.

Was dabei komischerweise nie Erwähnung findet, sind der Arbeitsaufwand, den ein Bundestagsabgeordneter hat und die Qualifikation, die nunmal die meisten Parlamentarier mit Ihrer Ausbildung erworben haben. Für einen Volljuristen als faktisch prototypischen Abgeordneten sollte eine Diät von 7009€ im Bundestag kaum ein Traumgehalt darstellen; zumal ein erklecklicher Teil davon “freiwillig” an die Fraktion abgeliefert wird. Gegenleistung sind nämlich 80-Stunden-Wochen in Berlin und im Wahlkreis, zwischen denen permanent gependelt werden muss. Wollte man gar den omnipotenten Supermann, der alle Politikfelder beackert, immer und überall eine fundierte Meinung abgeben kann und noch dazu auf jedem Schützenfest im Wahlkreis sein Gesicht zeigt, würden zwanzig Menschen nicht ausreichen, um diesen einen Job zu machen.

Wer sich also beschwert, dass die da oben so viel Geld bekommen, der sollte sich mal selber fragen, ob er gerne einen Job ohne Freizeit, ohne die Familie in Berlin zu haben, immer mit dem Wähler im Nacken, wirklich haben will. Wer darauf mit ja antworten kann, ohne sich in die eigene Tasche zu lügen, ist herzlich eingeladen, sich selbst in der Politik zu versuchen. Fähige Leute werden immer gebraucht.

Mit der Betonung auf fähig.

Coldplay: Neues Album im Juni

Meine Lieblingsband Coldplay (die beste Band der Welt, neben Keane) wird am 13. Juni ihr neues Album herausbringen. Bis dahin darf man sich die Single “Violet Hill” auf der Homepage in erfreulich hoher Qualität anhören (und kann sie sich mit geeigneten Tools wie dem vielfach ausgezeichneten Orbit Downloader auch herunterladen). Mir gefällt der Track schon sehr gut und ich freue mich auf das Album.

Mit der LHG an der Weinstraße

Vergangenen Sonntag fand die erste LHG-Wanderung auf das Hambacher Schloss statt. Das Wetter war recht schön; nur ziemlich windig, was aber irgendwie auch wieder recht war, denn das verschaffte ein wenig Kühlung. Auf dem Weg vom Marktplatz bis zum Schloss habe ich viele gute Bilder gemacht, die ich gar nicht für mich alleine behalten will. (Jemand meinte, es sollte hier mehr Bilder geben – bitteschön!) Die Gegend ist wirklich einen Wohnsitz wert, könnte man sagen.

Oh Norden, du kühle Himmelsrichtung!

Ich finde, man sollte nur noch Häuser bauen, die Fenster nach Norden haben. Oder Rolläden. Nach Möglichkeit aber beides, dann hätte ich jetzt nicht im Mai 26° Innentemperatur.

Die größte Erfindung der Menschheit? Kältetechnik.

Meine grüne Uni

Der Frühling ist da und hat meinem neuen Campus, den ich bisher nur grau in braun kannte, eine neue Lebendigkeit verliehen. Die besten Bilder habe ich für euch ausgesucht und präsentiere somit zugleich die neue Gallery-Funktion von Wordpress 2.5.

Engagement, Fortsetzung

Sich extracurricular (mein Lieblingswort, benutze ich bei jeder Gelegenheit) zu engagieren, hat mehrere Vorteile: Man entwickelt sich selbst weiter, tut etwas für die Gemeinschaft und erntet im besten Fall auch ein wenig Anerkennung von dritter Seite. Daher freute es mich heute sehr, die Einladung zum sdw-Stipendiaten-Assessment-Center nach Berlin (Stiftung der Deutschen Wirtschaft) zu erhalten. Ich werde meine Chance nutzen! Von der TU Kaiserslautern wurden ganze sechs Studenten ausgewählt; die größte, gleichzahlige Gruppe an Konkurrenten kommt von der WHU – Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (Hochschule -> also quasi FH) – Vallendar.

Angesichts speziell dieser Konkurrenz bin ich mit mir selbst uneins, ob das AC dadurch nun schwerer oder leichter werden wird. Einerseits steht zu vermuten, dass die Jungs und Mädels aus Vallendar bei Koblenz der Angelegenheit mit einer ausgeprägten Ernsthaftigkeit begegnen werden, die der angeblich entspannten Atmosphäre abträglich sein dürfte. Auf anderen Seite sind die bis zu vier Jahre jünger als ich (mit dem Alter kommt die Weisheit!) und müssten sich eigentlich ohnehin gegenseitig als stärkste Gegner begreifen. In diesem Fall findet das 9. der 36 Strategeme Anwendung: “Das Feuer vom gegenüberliegenden Ufer aus beobachten.”

Nicht zuletzt bin ich höchst gespannt, ob und inwiefern das ein Fest der Klischees werden wird. Auf Fragen wie: Werden alle sechs aus Vallendar mit dem eigenen Benz anreisen? Oder wird die Mehrheit doch eher den Flieger nehmen? Werde ich im Business Casual Style unangenehm auffallen, und wieviel Haargel muss ich nach Berlin mitnehmen? hätte ich aber gerne schon jetzt Antworten. Vielleicht hat mich ja der eine oder andere Kandidat bereits gegoogelt und kann mir mit einem Kommentar behilflich sein :-) .