wissenschaft.de – Späte Einsicht

wissenschaft.de – Späte Einsicht: Erst mit zwölf Jahren lernen Kinder aus Fehlern

Der Wähler fragt – Politiker antworten

Kinderschokolade

Vor einiger Zeit hatten die ja einen Relaunch der Produktverpackung. Von Details abgesehen, wurde der Siebzigererjahrekinderkopf gegen einen moderneren Kopf ausgetauscht, bzw. gegen ein moderneres Kind namens (angeblich) Kevin. Der aber wiederum auch nicht unbedingt zeitgemäß ist, wie ich finde. Zu brav. Stattdessen schlage ich ihn hier als das neue Schokoladengesicht vor:

Was mache ich als nächstes?

Vor ein paar Tagen habe ich meinen ersten Semesterbericht für die sdw geschrieben. Dazu gehört auch ein Rückblick auf das, was man so “erreicht” hat. Ich denke, in meinem ersten Jahr hier habe ich vor allem “teilgenommen”, mich also an größeren Gruppen (LHG, StuPa, sdw) beteiligt. Heute habe ich mich dann gefragt, wie ich das wohl noch steigern könnte.

Der logische Schritt wäre doch eigentlich: Im zweiten Jahr etwas Eigenes aufziehen. Passenderweise bastele ich derzeit mal wieder an einer Unternehmensidee (das hatte ich mir für die – fast – klausurfreie Zeit im Herbst nämlich vorgenommen). Nicht, dass ich hier konkrete Ankündigungen machen wollte, aber ein eigenes Startup wäre doch theoretisch eine würdige Steigerung.

Im Grunde ist es wohl auch recht folgerichtig, dass ich immer wieder auf geschäftstüchtige Gedanken komme. Bei meinem ersten Flohmarktbesuch war ich ungefähr 9 oder 10; damals brachte mich mein Vater mit dem Fahrrad und einem Anhänger morgens um fünf in den Nachbarort. Dort verkaufte ich dann alleine auf dem Winzerfestflohmarkt Spielzeug und Micky Maus-Hefte. Ich war in der Nacht zuvor wohl aufgeregter als ein Geburtstagskind! Von da an kehrte ich alljährlich etwa an die gleiche Stelle zurück, bis zur Oberstufe mit Hilfe meines Vaters und immer mit unseren zwei Tapeziertischen. Neben Weihnachten und Geburtstag war das immer ein Höhepunkt meines (Geschäfts-)Jahres.

Eine Händlerkarriere ist daraus zwar nicht geworden. Wenn ich heute an eine Unternehmensgründung denke, dann geht es mir aber häufig genauso wie damals vor dem Flohmarkttag: Mein Herz schlägt schneller und meine Laune wird besser, ich werde geradezu euphorisch. Das geht soweit, dass ich kaum noch lernen kann. Damals in Schweden während meines Auslandsstudiums war es noch extremer. Tagelang konnte ich kaum einschlafen, weil ich mir die eigene Umsetzung der Geschäftsidee einer schwedischen Studentenfirma in den herrlichsten Farben ausmalte. Etwa ab März war das, und ich fühlte mich zur Untätigkeit verdammt, weil ich in Schweden saß, kein Startkapital hatte und noch Jahre bis zu meinem Abschluss zu studieren hatte (und noch heute habe).

Glück im Unglück, oder Unglück im Glück: Die Geschäftsidee war zwar einwandfrei, die Umsetzung bei Lichte betrachtet aber moralisch fragwürdig (es handelte sich um eine Personalvermittlung für Studenten mit Margen bis 50% und meistenteils Billigjobs). So hatte ich neben dem fehlenden Kapital noch einen weiteren Grund, lieber eine andere Idee zu verfolgen. Diese entwickle ich also gerade, mehr nach spontanen Eingebungen als nach einem System. Hier sehe ich so etwas wie eine Bestimmung für mich. Vielleicht wird es noch dauern, bis ich mich selbstständig mache, aber ich habe es fest vor.

Fürs erste werde ich im Oktober zum IdeaLab!2008 nach Vallendar fahren, wo Studenten der örtlichen WHU (dieses Blog berichtete) einen Gründerkongress veranstalten, zu dem ich als sdwler über unser Intranet noch heute morgen eingeladen wurde. Dank der sdw kenne ich jetzt übrigens sogar Leute in Kaiserslautern, die sich fürs Gründen interessieren. Ein gutes Umfeld, um schon im Studium zu Übungszwecken eine erste Firma aufzumachen, denke ich mir. Andere haben das schon in der Schule gemacht (bei JUNIOR) und so jemanden würde ich wirklich gerne in meinem Team haben – hallo M.A. :) . Schau mer mal.

Konzert besuchen für Dummies

Die ungeschriebenen Regeln beim Konzertbesuch sind meiner Generation, aber auch und gerade gewissen mittelalten Mitmenschen doch recht fremd. Die wichtigste Regel ist wohl, dass man sich besser auf ältere Besucher verlässt, was das Klatschen angeht: Musiker möchten durchaus nicht mitten im Stück minutenlang vom Spielen abgehalten werden. (Ich erinnere mich an eine gewisse Feuerwerksmusik in Stockholm, wo auch ich mich einmal nicht zügeln konnte.) Um weitere unbekannte Fettnäpfchen kennenzulernen, habe ich einmal gegoogelt und hier diese und andere wissenswerte Informationen über Orchester und Konzerte gefunden.

Zum Klatschen gibt es hier in Kaiserslautern leider wenig Anlass. Schade, dass wir keine Philharmonie haben, denn ich höre gerade ganz begeistert Felix Mendelssohns Bartholdys Sinfonien und könnte mich für Livedarbietungen durchaus begeistern. Dafür gibt zweimal im Jahr das Uniorchester eine Vorstellung, die ich gerne besuche.

IKEA und ihr Qualitätsproblem auf allen Ebenen

Merkwürdig, wie IKEA sich seit vielen Jahren sein Saubermannimage bewahren kann, wenn solche Dinger gedreht werden: Ich hatte mich vor Tagen schriftlich beschwert, weil mir eine Matzratzenauflage in der Breite um 10% eingelaufen war. Telefonisch kam ich schon gar nicht durch, weil die Automatik eine Tastenwahl verlangte, aber keine Tastentöne erkennen wollte, egal von welchem meiner Apparate. (Geld gekostet hat es natürlich trotzdem!)

Heute rief man mich dann an und erzählte mir, dass ich das Teil ja zum einen hätte chemisch reinigen lassen müssen, und zum anderen ja bitte auch bei 95° und nicht etwa bei 90°. Ich vermute mal, dass der junge Anrufer immer noch zu Hause wohnt, denn zum einen stand auf dem Etikett ausdrücklich das Zeichen für Maschinenwäsche, und zum anderen: Was bei 90° einläuft, das tut das auch bei 95°. Da hätte ihn wohl jede Hausfrau ausgelacht.

Das tat ich aber nicht, da ich mich in der Situation tatsächlich noch im Unrecht wähnte und mit Bedauern das Gespräch beendete. Aber schon eine halbe Minute später war mir klar, dass das mein einziger Fehler gewesen war.

Ich muss schon sagen, kaum ein Unternehmen hat es bisher geschafft, in meinen Augen so rapide an Ansehen zu verlieren wie IKEA. Danke liebe 68er, dass IKEA (im Gegensatz zu allen anderen Möbelherstellern) für euch immer nur der liebenswerte Konzern mit dem Schwedenelch war und nie die steuervermeidende Großkrake, die so manches Produkt bis jenseits des qualitativ Erträglichen verbilligt. Ihr habt den Konzern so groß gemacht, wie er heute ist. (Die guten Artikel nehmen sie aus dem Sortiment und ersetzen sie durch schlechte, das konnte ich vom Klappstuhl bis zum Kleiderbügel beobachten. Von meinem Kleiderschrank will ich gar nicht berichten, es würde zu lange dauern.)

Arbeiterkind.de

Eine Seite von Arbeiterkindern für Arbeiterkinder, die diese zum Studium ermutigen soll, scheint gerade unter Arbeiterkind.de in der Entstehung zu sein. Als Akademikerkind war mir vorher gar nicht so klar, wie herb einem die Sprüche aus der eigenen Arbeiterfamilie entgegenschlagen können, wenn man studieren will (siehe Vorurteilen begegnen). Vielleicht hat man das auf Politikerseite (de facto Akademikerseite) zu lange nicht wahrhaben wollen, dass gewisse Menschen ein Studium für ihre Kinder eben wegen Vorurteilen ablehnen, obwohl es so viele Perspektiven eröffnet – sonst wären mir sicherlich noch mehr Initiativen bekannt, die Arbeiterschicht vom Gegenteil zu überzeugen. Gut, dass wir also nicht länger auf eine Initiative “von oben” warten müssen, die unpersönlich und ministeriell dahergekommen wäre, sondern dass engagierte Menschen das selbst in die Hand genommen haben. (Die wären genau richtig in der sdw, by the way.)

Glocken

Gerade tönt aus der Stadt ein vielstimmiges Glockengeläut zu uns herauf. Mein Fenster ist auf; nach so einem Schlechtwettertag hat das etwas Beruhigendes, vielleicht auch etwas Kleinstädtisches: Es kann eigentlich alles nicht so schlimm sein, solange es noch läutende Glocken gibt. Ein schöner Brauch, irgendwie.

Augsburger Jungwähler-Wette: Voll Bock auf Kommunalwahl

Spiegel ONLINE über die Augsburger Jungwähler-Wette

Endlich raus aus Aktien

Ich habe wirklich die Nase voll von Aktien. Immer, wenn der Wert meiner Depotanteile stieg, wollte ich nicht aussteigen, um nicht zu verpassen, was noch kommen könnte. Aber wenn er fiel, wollte ich noch weniger aussteigen, um meine Verluste nicht mitnehmen zu müssen. Und das mache ich jetzt seit sieben Jahren mit, für einen im Vergleich lächerlichen Betrag. Aber jetzt habe ich beschlossen, alle meine Depotanteile zu verkaufen. Mir reichts, ich habe seit Einstieg ohne Inflationsausgleich 15% verloren. Zum Glück ist das ein noch geringes Lehrgeld, das ich da bezahlt habe. Andere sind noch 2000 voll in Cargolifter gegangen…

Es war schon am Anfang gleich bescheuert, in einen Fonds zu investieren, dem ich nicht vertraut habe. Amerikanische Konsumwerte nach der Jahrtausendwende, wie dumm muss man eigentlich sein? (Damals war ich 15 oder 16.) Nachdem ich da schon die Hälfte verloren hatte, ging ich 2005 in osteuropäische Werte, die mich zur letzten Jahreswende sogar knapp an das inflationsbereinigte Plus brachten. Aber dann kam Subprime! Das hatte zwar mit Osteuropa nichts zu tun, aber die Werte fielen trotzdem. Wann kapieren die Anleger endlich, dass es in Osteuropa keine Subprimekrise gibt? Aber es ist sinnlos, an den Aktienmärkten regiert das blanke Chaos, da existiert kein Verstand, an den man appellieren könnte.

Nein, ich mache das nicht mehr mit. Gut, dass ich es jetzt eingesehen habe, und nicht wenn die Ersparnisse von 50 Jahren dahin sind. Soll ich euch mal sagen, was der einzige Weg ist, sein Geld zu vermehren? Selbstvertrauen, Unternehmergeist und eine gute Geschäftsidee. Damit kann man reich werden, aber Aktien – das ist Glücksspiel, und da gewinnt immer nur die Bank.