IKEA und ihr Qualitätsproblem auf allen Ebenen
Merkwürdig, wie IKEA sich seit vielen Jahren sein Saubermannimage bewahren kann, wenn solche Dinger gedreht werden: Ich hatte mich vor Tagen schriftlich beschwert, weil mir eine Matzratzenauflage in der Breite um 10% eingelaufen war. Telefonisch kam ich schon gar nicht durch, weil die Automatik eine Tastenwahl verlangte, aber keine Tastentöne erkennen wollte, egal von welchem meiner Apparate. (Geld gekostet hat es natürlich trotzdem!)
Heute rief man mich dann an und erzählte mir, dass ich das Teil ja zum einen hätte chemisch reinigen lassen müssen, und zum anderen ja bitte auch bei 95° und nicht etwa bei 90°. Ich vermute mal, dass der junge Anrufer immer noch zu Hause wohnt, denn zum einen stand auf dem Etikett ausdrücklich das Zeichen für Maschinenwäsche, und zum anderen: Was bei 90° einläuft, das tut das auch bei 95°. Da hätte ihn wohl jede Hausfrau ausgelacht.
Das tat ich aber nicht, da ich mich in der Situation tatsächlich noch im Unrecht wähnte und mit Bedauern das Gespräch beendete. Aber schon eine halbe Minute später war mir klar, dass das mein einziger Fehler gewesen war.
Ich muss schon sagen, kaum ein Unternehmen hat es bisher geschafft, in meinen Augen so rapide an Ansehen zu verlieren wie IKEA. Danke liebe 68er, dass IKEA (im Gegensatz zu allen anderen Möbelherstellern) für euch immer nur der liebenswerte Konzern mit dem Schwedenelch war und nie die steuervermeidende Großkrake, die so manches Produkt bis jenseits des qualitativ Erträglichen verbilligt. Ihr habt den Konzern so groß gemacht, wie er heute ist. (Die guten Artikel nehmen sie aus dem Sortiment und ersetzen sie durch schlechte, das konnte ich vom Klappstuhl bis zum Kleiderbügel beobachten. Von meinem Kleiderschrank will ich gar nicht berichten, es würde zu lange dauern.)