sdw-Lehrerstipendium auf ZEIT ONLINE
Artikel auf ZEIT ONLINE.
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Heute wage ich mal etwas ganz Gefährliches, ich zitiere ein etabliertes Medium. Mal sehen, ob ich jetzt irgendwelche Abmahnungen bekomme oder so. Der nachfolgende Text stammt aus den ZEIT-Leserbriefen, Thema Lehrerirgendwas:
Die Zeit ist reif für ein Elternhasserbuch. Hier ein Auszug:
Zunehmend versagt ihr bei der Erziehung, seid beratungsresistent bei der Schulwahl, parkt eure Kleinen vor den neuen Medien und erwartet dann noch von Lehrern, dass ihnen mit 30 Kindern gelingt, was ihr noch nicht mal mit einem schafft.
Ihr fordert individuelle Betreuung, Methodenfeuerwerk à la Klippert, bemüht jedoch bei Notengau unverzüglich Anwälte für Verwaltungsrecht, um Verletzungen des Gleichheitsprinzips nachzuweisen. Statt Sekundärtugenden zu vermitteln, lasst ihr Ritalin verschreiben. So wird aus eurem Versagen eine Krankheit und Verantwortung an andere delegiert. (…)
Niemand hat mir gesagt, dass es so anstrengend sein würde, erwachsen zu sein. Als Kind dachte ich nie, dass ich mal monatelang kein Buch lesen könnte oder freiwillig weniger schlafen, um irgendwelche anderen Sachen zu machen. Jetzt muss ich feststellen, dass LHG, StuPa, sdw und Marketing-Hiwijob momentan schon so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass ich kaum mehr als meine Vorlesungen besuchen kann.
Was mich besonders irritiert, ist dass ständig irgendwas dazwischenkommt. Ich kann überhaupt keine Aufgabe zu Ende führen, seltenst habe ich mal vier Stunden am Stück für etwas. Ist das noch normal? Inzwischen sehe ich sogar einen Trade-off beim Putzen: Ich könnte dafür sorgen, dass unser Bad einmal in der Woche geputzt wird, aber ich könnte es auch einfach lassen und meine Zeit anders investieren. (Sauberkeit wird doch sowieso überbewertet.)
Naja, vielleicht liegt es einfach an den vielen Extraaktionen, die ich in letzter Zeit so habe, Seminar, Kongress, Tutorien erstellen… und wird wieder besser. Aber dass sofort wieder was anliegt, wenn man eine Sache abgearbeitet hat, das nervt einfach.
Herrlich offene Kritik am deutschen Fernsehen von Elke Heidenreich, für die der Rentnersender ZDF sie dann auch gleich mal gefeuert hat. Schon wieder ein Bote mit schlechten Nachrichten! Dass die es aber auch immer wieder versuchen müssen. Dafür hat man ihr dann gleich die eigene Sendung weggenommen, denn die Demontage als Konsequenz auf Systemkritik ist ja “Best Practice” in Deutschland. ZDF trennt sich von Moderatorin Heidenreich | tagesschau.de
Gerade kam ich von meinem ersten sdw-Seminar “Zukunft des Sozialstaats”. (Jemand sagte, ich solle Abkürzungen gelegentlich wieder holen: Stiftung der Deutschen Wirtschaft). Selten habe ich mich auf einer Veranstaltung gleich welcher Art so wohl gefühlt wie in den letzten drei Tagen! Ich konnte mich jederzeit gut mit den Teilnehmern unterhalten, die Vorträge und der Workshop haben mich weitergebracht und ich habe es genossen, auch mal eine intensive Diskussion dem noch vollen Teller vorzuziehen. Gleichzeitig habe ich meinen PC auch gar nicht vermisst.
Redner waren u. a. Prof. Dr. Friedrich Thießen aus Chemnitz, der nach einer intensiven Lektüre der geltenden Rechtslage zu definieren versucht hat, welche finanzielle Bandbreite der Sozialstaat als Existenzminimum vorsieht und der dafür dann in den Medien verrissen wurde (als Bote geköpft, aber das kennen wir ja, siehe Eva Herman) sowie der Leiter der ARGE und des Sozialamts Bonn und Vertreterinnen der Caritas und der Diakonie in Bonn. Mit diesen Eindrücken im Hinterkopf gingen wir dann heute vormittag an die jeweiligen Workshopthemen, in meinem Fall das Bürgergeld. Jedoch denke ich, dass potentieller Erfolg oder Misserfolg der unterschiedlichen Bürgergeldkonzepte wohl nur von ausgebildeten Psychologen fundiert projiziert werden können, da sich die grundsätzliche Frage stellt, ob der Mensch freiwillig arbeiten würde oder von Natur aus faul ist. Erwartungsgemäß fand unsere Gruppe dann auch nicht zu einem Konsens, aber das war auch nicht so wichtig.
Auf dem Heimweg habe ich mir dann überlegt, dass es möglicherweise nicht das Beste gewesen wäre, wenn mich zusätzlich die Friedrich-Naumann-Stiftung aufgenommen hätte. Man kann sich ja nicht teilen und vielleicht hätten die Seminare für mich dann doch einen Verpflichtungscharakter angenommen. Nicht zu vergessen, dass ich bei der sdw nur minimale Beträge oder gar keine Beteiligung für Seminare bezahle, während die FNST den vollen Studentenpreis verlangt. Hab ich das schonmal erwähnt?
Viele kennen das Phänomen, jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Wenn man über einem unlösbar scheinenden Problem brütet, sollte man sich zwischendurch einfach mal mit etwas völlig anderem beschäftigen. Denn Ablenkung, haben Psychologen gezeigt, erleichtert es, kreative Lösungen für komplexe Fragen zu finden. Bei einfacher gestrickten Problemen hilft die Taktik dagegen kaum – hier zahlt es sich eher aus, am Ball zu bleiben.
Zeitungen bilden ja für gewöhnlich immer die öffentliche Meinung ab (bzw. prägen sie mit, wenn wir mal ehrlich sind). In der gestrigen Ausgabe der Rheinpfalz, unserer sehr angenehmen Regionalzeitung, war ein Artikel über die Erziehungsmethoden der 68er, ihre Kinderläden und die Lehren daraus.
Dort wird genau das postuliert, wofür Eva Herman seinerzeit so viel gutmenschentypische Kritik einfuhr: Die These, dass auch noch den heutigen Kindern der überschaubare Rahmen und die Spielregeln der Familie von den 68ern genommen wurden, was erst jetzt als großer (größter?) Fehler dieser Generation aufgefasst wird.
Das bringt mich selbst zu der These, dass sich für die Wahrheit (oder das, was jemand dafür hält) vermutlich immer jemand opfern, also den Unmut der Kritiker auf sich ziehen und von den anderen Verfechtern einer Meinung ablenken muss, bis deren (exponentielles) Wachstum sie zur Mehrheit macht und ihre Meinung zur herrschenden wird.
Heute habe ich in einer Klausureinsicht einen Viertelpunkt gebraucht, um die erste nicht bestandene Klausur meines Studiums doch noch zu bestehen. Unglaublich! Immerhin war die Bestehensgrenze abgesenkt worden, ich hatte also mal wieder Glück (kommt häufiger vor).
Bin gerade wieder über ein cooles Googlemaps-Mashup gestolpert: Floka macht es möglich, direkt auf der Karte zu sehen, wo ein Artikel zu verkaufen ist. In Kaiserslautern und überhaupt in der gesamten Pfalz bin ich noch der Einzige! Floka! Flohmarkt à la carte.
Ein ebenso treffender wie ausführlicher Artikel über meine TU, ausgegraben im Netz.
TU Kaiserslautern: Studieren, wo man sich noch kennt – FAZ hochschulanzeiger