Diffusionsprozesse in der öffentlichen Meinung
Zeitungen bilden ja für gewöhnlich immer die öffentliche Meinung ab (bzw. prägen sie mit, wenn wir mal ehrlich sind). In der gestrigen Ausgabe der Rheinpfalz, unserer sehr angenehmen Regionalzeitung, war ein Artikel über die Erziehungsmethoden der 68er, ihre Kinderläden und die Lehren daraus.
Dort wird genau das postuliert, wofür Eva Herman seinerzeit so viel gutmenschentypische Kritik einfuhr: Die These, dass auch noch den heutigen Kindern der überschaubare Rahmen und die Spielregeln der Familie von den 68ern genommen wurden, was erst jetzt als großer (größter?) Fehler dieser Generation aufgefasst wird.
Das bringt mich selbst zu der These, dass sich für die Wahrheit (oder das, was jemand dafür hält) vermutlich immer jemand opfern, also den Unmut der Kritiker auf sich ziehen und von den anderen Verfechtern einer Meinung ablenken muss, bis deren (exponentielles) Wachstum sie zur Mehrheit macht und ihre Meinung zur herrschenden wird.