the contest 2008 Nachlese

Unser Team “Spontamour” (ja, ernsthaft), das beim ATKearney/WiWo-Wettbewerb “the contest 2008″ mit dem Konzept einer Partnerbörse für Smartphones angetreten war, ist leider – ach! – noch in der ersten Stufe der Zwischenrunde rausgeflogen :D

Macht aber nichts, war trotzdem interessant. Am Samstagmorgen sind wir mit einem Mietwagen (Touran, Doppelupgrade von Peugeot 308) nach Frankfurt geheizt und waren natürlich viel zu früh da, konnten dafür aber ein Frühstück in einem urigen Café im Stadtviertel hinter den Doppeltürmen der Deutschen Bank einnehmen. Ab elf Uhr begann mit einer Firmenpräsentation das Programm für die vier Teilnehmergruppen an diesem Standort (parallel auch in Düsseldorf, München und Berlin), danach folgten Interviewrunden mit den Herren Risiko, Partner und Industriekenner (die hießen nicht wirklich so) und nach 90 Minuten Überarbeitungszeit schon unsere Präsentation, die wir in den letzten Tagen zusammengeklatscht hatten. (PowerPoint und OpenOffice Impress haben übrigens Kompatibilitätsprobleme (surprise!) und ihr glaubt gar nicht, wie nervig beide Programme für sich allein schon sein können…)

Danach flogen wir aus dem Contest, es gab ein kleines Feedback, dann haben wir herumgealbert und Fotos von uns in Anzügen am Schreibtisch von ATKearney gemacht (alles sehr schick eingerichtet in der Taunusanlage, da kann man arbeiten!). Zu guter Letzt bekamen wir die Präsentationen der zwei Gruppen zu sehen, die noch nicht ausgeschieden waren – die eine war schon hübsch und so, aber die andere war der absolute Oberhammer. Nicht, dass Profis wie die ATKler sich von sowas beeindrucken ließen, aber die Gruppe hatte auch sonst ne Menge drauf und daher war der Sieg von “Wooya” (hoffentlich darf ich das verraten) nur noch Formsache.

Abends ging es in ein nettes italienisches Restaurant (nein, nicht Pizza oder Spaghetti, sondern Risotto und Wildschweingulasch an Kartoffel-Esskastanien-Pürree, trés geniale!), von dem aus einige sich direkt verabschiedeten, viele andere um 0 Uhr in einen Club umzogen und ich selbst (kein Clubber) mit dem Auto etwa eine Stunde versuchte, einen Parkplatz am Ramada Hotel zu finden, dessen Tiefgarage nicht zugänglich war (alle Schlüssel weg). Als ich schließlich doch einen ”Parkplatz” gefunden hatte, sah ich aus der Lobby einen Platz direkt vor dem Haus freiwerden. Ich rannte um den Block, sauste mit dem Touran zurück und konnte ihn schließlich auf dem besten Parkplatz von allen abstellen.

Heute morgen habe ich es dann geschafft, den Touran bei Sprühregen in einer Dreiviertelstunde von Frankfurt nach Kaiserslautern zu treten, was nicht immer einfach war, ich schwör :D Gut, dass es keine anthropogene Klimaerwärmung gibt und ich den Diesel keineswegs bezahlen musste. Kann ich alles in allem sehr empfehlen, da mitzumachen!

debatING.

Schon am nächsten Dienstag startet der (meines Wissens erste) Debattierclub an der TU KL – wir haben ihn debatING. getauft und die von mir gestalteten Plakate hängen seit gestern auf dem ganzen Campus.

Am letzten debatING.-freien Dienstag vor zwei Tagen waren Nils und ich im Publikum der Showdebatte “Rededuell der Meister” des Heidelberger Debattierclubs. Dieser wurde 2002 gegründet und sei damit schon einer der ältesten Clubs in Deutschland, hieß es. Der Abend war ein echtes Erlebnis und sehr lustig. Wir hoffen, einmal ebenso unterhaltsam zu debattieren wie die Meister in Heidelberg.

Mein erster Tag als Tutor

Heute habe ich meine ersten beiden Tutorien zur Vorlesung Marketing gehalten! Thomas Robbert, der Assistent von Professor Roth, führte die Teilnehmer jeweils einige Minuten ein, danach war ich an der Reihe und referierte bzw. erarbeitete mit den Teilnehmern das von meinem Kollegen Lucas ausgearbeitete Tutorium über die Marktforschung. Der erste Teil bestand aus Fragen, im zweiten Teil folgte dann eine Präsentation eines Cases (einer Fallstudie), um den Teilnehmern zu demonstrieren, wie wir uns ihre Präsentation in etwa vorstellen.

Da mein Wortanteil natürlich bei alldem sehr hoch war, tut mir jetzt ziemlich der Rachen weh! Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass zwei Stunden quasseln einen so beanspruchen können, aber das ist vielleicht Übungssache. Letztens kam mir ein Wettbewerb unter Debattierclubs zu Ohren, bei dem sich die Debattanten 40 Stunden am Stück Wortgefechte geliefert haben (erfolgreicher Weltrekordversuch). Ich mag mir kaum ausmalen, in welchen Zustand die Studenten hinterher waren!

Apropos Debattierclub: Gestern erreichte mich postalisch die Genehmigung durch Vizepräsident Litz, dass debatING. als Hochschulgruppe anerkannt wurde. Dadurch haben wir jetzt ein rechtlich etwas besseres Standing bei der Verwaltung. Kaufen können wir uns davon aber nichts – stattdessen können wir jetzt einen Druckaccount beim Rechenzentrum beantragen und unsere eigenen Plakate drucken. Die TU KL ist da wirklich sehr vorbildlich, die Hochschulgruppen haben ohne finanziellen Aufwand ausreichende Kapazitäten für ihre Werbung. In Darmstadt gab es das nicht, vermutlich ist das auch sonst nicht häufig.

Nächste Woche fahre ich dann auf eine Showdebatte nach Heidelberg und sehe mir Vollprofis in dem Bereich an. Es wird bestimmt lehrreich. In anderthalb oder zweieinhalb Wochen wollen wir selbst loslegen, die Poster wollen wir Anfang der nächsten Woche aufhängen (aber noch haben wir kein endgültiges Design).

Fly Southwest and have some fun

Das Geschäftsmodell “Billigfluglinie”, wofür in Europa Ryanair ein Synonym geworden ist, wurde zuerst von Southwest Airlines in den USA ersonnen. Über Southwest las ich vor einigen Tagen eine Art Biografie und war sehr beeindruckt. Das Buch war mir im Human Resources Workshop auf dem IdeaLab in Vallendar zu Recht empfohlen worden. Bedauerlicherweise haben die beiden Fluglinien außer der Eigenbezeichnung “Billigfluglinie” nicht sehr viel gemein, was sicherlich auch mit den völlig unterschiedlichen Menschen Herb Kelleher (Southwest) und Michael O’Leary (Ryanair) zu tun hat. Ganz besonders schade ist es um den Spaß, den man bei Southwest wohl hat und für den die Airline weltbekannt ist. (Bei Ryanair läuft leider immer nur dasselbe Band ab.)

Neues 11/08

Seit der letzten StuPa-Sitzung bin ich Vizepräsident des StuPa. Jetzt führe ich die Rednerliste, übernehme zeitweilig die Sitzungsleitung, wenn Hendrik (Präsident) sich seinem Laptop, seinen Unterlagen oder dem Protokollanten widmen muss und versuche, ein möglichst würdiges Bild am Präsidiumstisch abzugeben. Es fällt zwar schwerer als erwartet, übereifrige Debattanten zu zügeln, aber durch meinem Vorgänger Nico erfahre ich Beistand, wenn Jan wieder viel zu häufig das Wort ergreift.

Ganz andere Front: Seit heute ist mein Team bei “the contest 2008″ in der Regionalrunde. Bei diesem Wettbewerb der Wirtschaftswoche und AT Kearney geht es darum, ein innovatives (was sonst) Geschäftsmodell für ein Soziales Netzwerk für Smartphones zu entwickeln, also für Handys mit Internetbrowser und größerem Bildschirm. Der Kumpel eines Kommilitonen, den ich von den AtM Consultants hier an der Uni kenne, hatte die Idee mitzumachen. Ich wollte gleich mitmachen, hatte ich doch gerade erst auf dem IdeaLab in Vallendar erfahren, dass genau sowas das “Next Big Thing” des Web 2.0 sein könnte. Für die neue Runde sollen wir unser bisheriges Konzept aufmotzen und in einer PowerPointPräsentation den Beratern im Frankfurter Büro von AT Kearney verkaufen. Dafür werden wir auf deren Kosten am letzten Wochenende des Monats nach Frankfurt fahren (meine Lieblingsstadt) und dürfen den großen Beratern einmal gaaanz nahe sein. Die Gewinner dieser Runde fahren dann nach Berlin, wo sie vermutlich gegen je ein Team von der WHU, von der ebs Oestrich-Winkel und aus St. Gallen antreten, jedenfalls war es wohl bisher immer so. Aber ob man sich deswegen bei uns gleich die Nächte um die Ohren hauen wird, werden wir sehen. Am Ende winkt den Gewinnern in Berlin ein Praktikum bei AT Kearney.

Außerdem aktuell: Wie bereits angekündigt, will ich hier an der Uni nicht mehr länger nur teilnehmen, sondern auch selbst etwas aufziehen. Wie es aussieht, wird dies ein Debattierclub sein, zu dessen Gründung Nils (sdw-Co-Stipendiat) und ich uns zusammengetan haben. Die Mailingliste steht (eine Google Group, wie alle meine Mailinglisten, da recht komfortabel) und hat ohne öffentliche Werbemaßnahmen bereits 17 Mitglieder. Die Werbung soll erst dann kommen, wenn unsere Gruppe einen Raum zugewiesen bekommen hat und, noch wichtiger, wenn unser Corporate Design steht. Der Name des Clubs wird “debatING.” sein, als Referenz auf die vielen Ingenieursstudenten an unserer Uni.

“Jugendpornographie”: Brandgefährliche Strafrechtsreform

Seit Mittwoch, dem 5.11.08, gilt Paragraph 184c des Strafgesetzbuchs.

Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, “wer pornographische Schriften, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Personen von vierzehn bis achtzehn Jahren zum Gegenstand haben, verbreitet, öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie [...] zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen”.

Kurz gesagt: Dieser Paragraph richtet sich direkt gegen die sexuelle Entwicklung und Reife von Jugendlichen und spricht ihnen das Recht darauf ab, ihre Sexualität selbstbestimmt auszuleben. Dazu gehört auch, sich selbst in eindeutigen Zusammenhängen zu fotografieren oder sexuelle Fantasien etwa einem Tagebuch, Blog, Internetforum, Autorenportal… niederzuschreiben. Oder mit den Worten des Mädchenblogs:

Sexualität ist ein Teil von uns. Und somit auch ein Teil unserer Individualität. Das KANN man nicht einfach wegretuschieren bis wir 18 sind. Denn es ist immer da.
Und anstatt die Jugend damit aufwachsen zu lassen, sie zu erforschen und damit vernünftig umzugehen wird hier erwartet, dass das einfach mal ausgeschaltet wird und mit dem 18. Geburtstag dann mit einem Fingerschnippen ein Mensch mit gesunder, reifer, selbstbestimmter Sexualität dasteht, der weiß, wie damit umzugehen ist. Alles klar…

Der Experte bei Beck Online, dem Netzportal des großen deutschen Rechtsverlags, schreibt aus der rechtlichen Perspektive:

Das neue Strafverbot führt zu einer ganz erheblichen Ausweitung des bisherigen Tatbestandsbereichs der Kinderpornographie. Erfasst werden künftig bei den praktisch relevanten Verbreitungshandlungen auch pornographische Darstellungen von allen Personen unter 18 Jahren und zudem auch von so genannten “Scheinminderjährigen”, also sochen Darsteller(innen), die zwar objektiv volljährig sind, aber nach ihrem äußeren Erscheinungsbild als minderjährig eingestuft werden können.

Ich empfehle sehr, auch die Kommentare unter dem Artikel zu lesen. So habe ich u. a. von den beiden einschlägigen Fragen an Frau Justizministerin Zypries erfahren, die ihr im hochlobenswerten Portal abgeordnetenwatch.de gestellt – und natürlich nicht im Ansatz zufriedenstellend beantwortet wurden. Frau Ministerin glauben allen Ernstes, dass eine Kriminalisierung der gesamten männlichen Bevölkerung – ach was, der gesamten Bevölkerung überhaupt (“Germanys Next Topmodel” fällt auch unter den Paragraphen!) gerade das rechte Mittel ist, um Pädophilen leichter das Handwerk legen zu können! Das Gegenteil sei der Fall, schreibt ein Kommentator:

Wird dieses Absurdgesetz wirklich umgesetzt, wird der gesamte Strafverfolgungsapparat implodieren.

Und dabei völlig überflüssigen, antiliberalen und moralistischen Ballast abwerfen.

Diese Gesetzgebung ist letzten Endes ein Weg in die Talibanisierung der Gesellschaft. Hier wird das verboten, was eventuell jemanden reizen könnte, was aufreizend wirken könnte, was pornographisch wirken könnte ohne es zu sein. Eine ähnliche Argumentation wird in dem Film “Persepolis” angesprochen als der Grund für die gewünschte Verschleierung lautet: unverschleiert könnte die Protagonistin jemanden erregen.

Noch ein letzter Zitatlink zu Spiegel Online, dem irgendwie doch wieder zu Recht meistverlinkten Nachrichtenportal des deutschsprachigen Web:

Nicht nur der Beschluss an sich sorgt hierzulande unter Juristen und Sexualexperten für hilfloses Entsetzen, sondern auch die Art, wie er umgesetzt werden soll. Das Vorhaben sei von einem “sexual- und jugendfeindlichen Habitus getragen”, protestierten Sexualwissenschaftler schon auf EU-Ebene, die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung sprach sogar von “moralischer Kolonisierung”, da die neue europäische Definition der Kinderpornografie wortwörtlich auf den US-amerikanischen Criminal Code zurück geht.

Internetwahlkampf made in U.S.A.

Danke, danke, danke netzpolitik.org für diesen Vergleich: Obama-Kampagne und deutscher Internetwahlkampf.

Mit dem eigenen Angebot bei Youtube & Co umgeht man als Partei die tradionellen Gatekeeper und kann direkt mit den (potentiellen) Wählern interagieren. Sofern man die Kommentare eingeschaltet hat. Es ist aber ein Unterschied, ob man jetzt von dem Stil von Obama träumt oder Angela Merkel mit Hilfe eines Teleprompters die Finanzkrise erklären lässt.

Die Homepage des President-Elect ist zu finden unter change.gov. Allein dafür, dass in den USA mit WANDEL Präsidentschaften gewonnen werden, während bei uns KONTINUITÄT das Maß aller Dinge ist, finde ich es wieder an der Zeit, mit Bewunderung über den Atlantik zu blicken.