Mieser Tag

Das war heute ein richtig schlechter Tag für aufgeklärte Geister. Die Gründer von The Pirate Bay wurden in erster Instanz zu Haft- und Geldstrafen verurteilt; Frau Ministerin Leyen lässt ein Mäntelchen um böse Internetseiten hängen, anstatt sie einfach (es ginge binnen Stunden) durch die Hoster vom Netz nehmen zu lassen, und die “Reporter” von der Tagesschau schlucken brav der Ministerin Pillen; die EU-Milchbauern protestieren gegen fundamentalste Marktmechanismen und offenbaren damit völlige ökonomische Ignoranz (ihre eigene Überzahl verdirbt die Preise und der Steuerzahler soll es richten), und die Amerikaner erklären CO2 zum gesundheitsgefährdenden Stoff.

Sind denn alle dumm geworden? Das mit den Bauern kann ich ja noch verstehen, keine Schulbildung halt, aber den Rest?

Wenigstens haben ein paar Leute gegen die Internetzensur demonstriert, zumindest die sind geistig noch auf voller Höhe.

Hallo Schwachsinn

Aus der c’t von morgen: Wie Frau Familienministerin von der Leyen sich mit ihren KiPo-Zensurplänen für das Internet sogar über massive Einwände der Gesellschaft für Informatik, der größten Ansammlung von Informatikexperten der Bundesrepublik, hinwegsetzt. Ist es Dummheit? Ist es reinster Populismus in Hinblick auf die Wahlen, wie es Roland Koch (CDU) letztens versuchte? Oder ist es noch viel schlimmer? Also WAS WILL diese Frau?

Es erstaunt, dass Ministerin von der Leyen kompromisslos an ihren Plänen festhält und Bedenken von Experten beiseite wischt, ohne darauf sachlich zu antworten. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Diensts des Bundestags etwa bescheinigt dem Sperrvorhaben, weitgehend wirkungslos und gleichzeitig grundrechtsgefährdend zu sein. Solche Aussagen hält die Ministerin für „unterirdisch“. Die Gesellschaft für Informatik (GI), also die größte Ansammlung von Fachkompetenz im deutschsprachigen Raum, plädierte Anfang April fast schon verzweifelt für eine effektivere Strafverfolgung. Die geplanten Sperrungen dagegen seien wenig hilfreich, sondern überwiegend schädlich.

(…)

Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug. (c’t 9/09)

Eine Partei, die solche Politiker hervorbringt, darf man einfach nicht wählen. Verdammt, warum gibt es so viele Hohlbirnen in den Volksparteien? Ich könnte schreien! Ahhhh!

EXIST-priME-Cup in Kaiserslautern

Gestern und heute fand an der FH Kaiserslautern die erste Stufe des Business-Wettbewerbs mit dem oben bezeichneten Namen statt (Flyer). In insgesamt sechs Teams zu je sechs Mann (und insgesamt nur zwei Frauen) traten wir, nunja, nicht wirklich gegeneinander, eher miteinander an (alle Teams kamen in die nächste Runde). Es ging darum, einen Surfboardhersteller aufzubauen und sich erfolgreich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Unser Spontanteam aus Anke, Frank und mir von der TU und Olli, Julius und Gerhard von der FH-Außenstelle in Zweibrücken lag dabei eigentlich die ganze Zeit vorne. Irgendwie verpassten wir aber den Endsieg dann doch noch um hundert Euro, obwohl wir die besten Geschäftsergebnisse und die beste Abschlusspräsentation hatten. Andererseits war das auch eher ein Zufall, wir hatten eben auf eine Hochpreisstrategie mit unseren Boards gesetzt und die einfach durchgehend beibehalten.

Insgesamt war es ein schönes, angenehm unstressiges Erlebnis (besser als ich erwartet hatte, die Organisatoren sind auch ganz handzahm) und ich kann nur empfehlen, selbst mitzumachen! Falls jemand selbst Lust hat: Einfach auf der Homepage anmelden, man wird dann dem nächsten Wettbewerb in der Region zugeteilt (kann dementsprechend etwas dauern), es lohnt sich auch für Nicht-Wiwis! Wie man hört, ist das Teilnahmezertifikat ein großes Plus im Bewerbungsschreiben und verschafft einem u. U. genau die Zusatzqualifikation, die diese vielen anderen Dutzendstudenten nicht haben.

Demnächst werden wir dann den Master-Cup in Saarbrücken oder hier in Lautern besuchen. Im Optimalfall räumt man dann so lange ab, bis man im Finale in Stuttgart steht und im Anzug kommen muss, weil es die Elitestudenten aus Karlsruhe oder von der WHU, die mit Sicherheit da aufschlagen werden, natürlich auch so machen werden. Das steigert aber den Stresswert, das konnte ich im Vergleich zu “the contest 2008″ (alle im Anzug) sehr klar erkennen!

Zwiebelanbau

Heute habe ich beim Einkaufen in einem Einkaufswagen ein Netz mit Steckzwiebeln gefunden. Da ich ungern Dinge von auch nur geringstem Wert herumliegen lasse, nahm ich sie mit. Zuerst wollte ich sie auf unserem Balkon in einem Blumenkasten einpflanzen, aber dafür waren es deutlich zu viele. Stattdessen habe ich einen kleinen Spaziergang rund um unser Wohngebiet gemacht und mir ein paar schöne Plätze für die Zwiebeln gesucht: Am Rande eines Baugebiets, in der Ecke einer Verkehrsinsel, um einen Baum an einer Wohnanlage, auf einem Spielplatz und am Rand eines kleinen Haines.

Gleich gehe ich sie gießen, ich gebe ihnen Wasser mit einem Schluck Flüssigdünger aus alten Orangensaftkartons. Hoffentlich reicht das in dem kargen Boden hier.