Zurzeit stecke ich wieder mitten in einer Klausurphase, meiner vierten hier in Kaiserslautern. Erneut in den Bewusstsein, mit dem ganzen (insb. technischen) Quatsch, den ich hier in meinen Kopf schaufele, später wenig anfangen zu können. Aber ich habe etwas, das mich motiviert, diese Klausuren trotzdem auf Anhieb hinter mich zu bringen: Im Herbst oder Winter möchte ich anfangen, eine erste Geschäftsidee in die Tat umzusetzen. Dafür will ich mir den Rücken freihalten. Der Weg ist mein Ziel; ich werde lernen, wie man ein (ganz) kleines Unternehmen aufbaut. Man kann an der Uni viel über die BWL lernen, aber die Klausurentretmühle macht noch niemanden zum Unternehmer.
Vom Studium bis zur Freizeitgestaltung – alles, was ich seit meiner Rückkehr aus dem Erasmusjahr in Schweden 2007 gemacht habe, hatte mindestens den Nebenzweck, mich auf diese Phase vorzubereiten. Meine vielen Business-Kurse in Stockholm könnte ich sogar noch dazuzählen, obwohl diese Wahl noch aus reinem Interesse an der Sache erfolgte. Nach zwei Jahren in Kaiserslautern habe ich nun bald den Großteil meiner Scheine in der Tasche und außerdem reichlich Erfahrung in Gremien, Hochschulgruppen und der sdw-Stipendiatengruppe gesammelt. Dabei habe ich gelernt, wie man sich organisiert, wie man im Team Ergebnisse bekommt, wie man knackig schreibt, wie man Werbung macht und einiges mehr – bislang alles mit Fallnetz und doppeltem Boden, ohne Risiko, als Amateur. Dementsprechend war auch die Bedeutung meiner bisherigen Aktivitäten (…für die Menschheit…) gering.
Stillstand ist Rückschritt, und da fügt es sich gut, dass ich ohnehin kein Mensch bin, der sich ewig mit der gleichen Sache aufhält (außer, es ist eine wissenschaftliche Arbeit, dann brauche ich ewig). Alle meine Engagements hatten ihre Peaks, jeder Peak lag hinsichtlich der Verantwortung höher als der vorherige, und momentan liegen alle diese Gipfel hinter mir. Es wird Zeit, mir eine neue Herausforderung zu suchen. Es würde mir sonst langweilig. Am Ende müsste ich gar – und ich hoffe, dass es nie so weit kommen wird – mein Leben als Angestellter fristen. Mein Praktikum war mir Lehre genug!
Wer wissen will, wie ein Leben als Unternehmer sein kann, sollte mich mal nach Richard Bransons Autobiografie fragen. Als Hörbuch höre ich diese zurzeit immer vor dem Einschlafen. Sie ist spannend und inspirierend, besonders für einen Perfektionisten wie mich (Branson ist eher Macher denn Planer).