Moderationstraining

Gestern und heute wurde ich mit einer mittelgroßen Gruppe an unserem Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft in Moderationstechniken geschult. Die Mitarbeiter waren vor einem Jahr selbst durch eine externe Agentur geschult worden. In der Essenz ging es z. B. darum, mit bunten Kärtchen (in den umweltkartonfarben moosgrün, modrig-gelb, altrosa und gilb) und einer Handvoll Techniken wie Fischgrätdiagramm und Brainwriting eine Gruppe etwas ausarbeiten zu lassen. Auch Diskussionsrunden und verschiedene Teilnehmertypen haben wir behandelt. Im nächsten Semester trainieren wir dann Bachelors in Moderation.

Was ich mich dabei wirklich wundert, ist der Preis, den man in der freien Wirtschaft für so eine Ausbildung angeblich bezahlen muss. Wir bekommen nach vier Tagen ein Trainerzertifikat ausgestellt, das angeblich sonst mehrere Tausend Euro kosten würde. Für etwas Kärtchenjonglage und Mindmapping finde ich das überzogen. Vielleicht sollte ich selbst so eine Traineragentur gründen?

Ex-AStA gibt keine Ruhe [Update]

Nach unserem Befreiungsschlag am Mittwoch ging die Party im AStA anscheinend erst richtig los. Hatte ich einen Rückzug in Würde erwartet? Mein Fehler. In der Nacht wurde der Kramladen, unser Veranstaltungsraum, durch die Ex-Referenten in nicht bekanntem Ausmaß demontiert. Damit wurde der unbenutzbare Zustand erst hergestellt, der im Falle einer Abwahl angeblich einfach so eingetreten wäre, und der Studentenschaft erheblicher Schaden zugefügt. Morgen wird intern beraten, wie weiter vorgegangen werden soll.

Außerdem wurden in der gleichen Nacht Unterlagen aus dem Ordner des StuPa gestohlen und im Gegenzug eine große Plakatwand mit Desinformation aufgehängt. Wirklich, ich hätte nicht auf einen würdevollen Abgang vertrauen sollen und die Unterlagen unverschlossen im Sekretariat an ihren Platz stellen dürfen. So viel Schamlosigkeit hat mich einfach kalt erwischt.

Innerhalb der Fachschaften, welche eng mit ehemaligen Referenten verbandelt sind, läuft derzeit die Propagandamaschinerie auf Hochtouren. Die Fachschaft Physik treibt es richtig doll und beweist, dass sie sich leidlich auf Desinformation versteht. Die Fachschaftenliste schmiss heute schließlich den einzigen Abweichler aus ihrer Liste, der seine Pflichten bis zum Ende der Sitzung wahrgenommen hatte, anstatt – wie der Rest der FSL – einfach vorzeitig zu verschwinden. Er hatte sich anscheinend nicht von der  Führung auf Linie bringen lassen. So kann man natürlich auch Konsens herstellen!

Morgen Abend ist Vollversammlung, die gewiss dazu missbraucht werden soll, das Thema aus dem StuPa (das demokratisch entschieden hat) in die Studentenschaft zu tragen und dabei kräftig die Fakten zu verdrehen. Eigentlich sollte es ja um diesen Bildungsstreik gehen, aber was solls…!

EDIT: Die Fachschaft Physik bat mich per Brief um eine genauere Erklärung dessen, was ich unter “Desinformation” verstehe. Hierzu möchte ich wie folgt ausführen:

“Als Folge dieser Ereignisse [Abwahl Friedrich, verfehlte Abwahl und Rücktritt Hademer, Anm. d. Red.] traten noch in der Sitzung acht AStA-Referenten zurück.”

  • In den schriftlichen Rücktrittserklärungen der Referenten wurde auf die  “vorangegangenen Ereignisse” kein Bezug genommen. Eine Referentin hat sich sogar schriftlich dagegen verwehrt, ihren Rücktritt mit den anderen in einen Topf zu werfen. Eine “Folge” ergibt sich damit nicht.

“Darunter die Referenten für Vorsitz, Fachschaften und den Kramladen. “

  • Zum Zeitpunkt der Sitzung (bzw. vor dessen Neuwahl) gab es keinen Vorsitzenden des AStA.

“Dies zeigt wie falsch die Anschuldigungen gegen Franziska gewesen sein müssen.”

  • Es wäre interessant zu erfahren, woher die Gewissheit der FS Physik stammt, dass falsche Anschuldigungen erhoben wurden. Die Personaldiskussion ist geheim und aus den Rücktrittserklärungen geht solches nicht hervor. Solange keine Beweise für diesen als logischen Schluss dargestellte Mutmaßung angeführt werden, betrachte ich diese als eben solche.

“Zudem fasste das StuPa noch weitere umstrittene Beschlüsse.”

  • Das “umstritten” ist eine reine Meinungsäußerung ohne Beleg, gar ohne Bezug auf die tatsächlich gefassten Beschlüsse. Eine solche Äußerung steht für mich jenseits neutraler Information, wie eine Fachschaft sie betreiben sollte.

Der Verlust einer so großen Anzahl von AStA-Referenten stellt für uns Studenten ein großes Problem dar, da der AStA nun nicht mehr all seinen Aufgaben nachkommen kann.
Wofür brauchen wir den AStA?

  • Beratung zu Themen wie GEZ, Bafög und Mietrecht
  • Beratung von Minderheiten (Ausländer, Behinderte, Schwule, Lesben)
  • sämtliche im Kramladen stattfindende Veranstaltungen
  • den Geschirrverleih
  • Verwaltung des Geldes der Studierendenschaft (eure Semesterbeiträge von 11Euro pro Semester)
  • Vertretung der Studenten gegenüber der Hochschulleitung
  • Verhandlungen z.B. zu unserem Semesterticket
  • Vernetzung der Fachschaften
  • Aus dem Zusammenhang ergeht nicht, welchen Aufgaben nun angeblich nicht mehr nachgekommen werden könne. Ein uninformierter Dritter mag sogar zu dem Schluss kommen, dass keine der genannten Aufgaben mehr erfüllt werden könne. Nichts ist von den Tatsachen weiter entfernt: Durch die Neuwahl eines Sozialreferenten in derselben Sitzung wurde der gesamte erste Punkt erst wieder erfüllt. Dieser hat auch die Beratung für Behinderte bis auf weiteres übernommen. Der Ausländerreferent ist nach wie vor im Amt. Der Kramladen wurde insbesondere durch die Demontage durch Ex-Referenten unbrauchbar, war aber nach kürzester Zeit (Folgeabend) wieder erfolgreich benutzbar. Der Geschirrverleih ist seit Anfang dieser Woche wieder geöffnet (d. h. er war insgesamt zwei Tage geschlossen). Die Verwaltung des Geldes der Studentenschaft war nie in Gefahr, der Finanzreferent blieb im Amt, das StuPa ebenfalls. Die Vertretung ggü. der Hochschulleitung war durch die Bestellung von Jan Olbrecht zum Vorsitzenden wenige Minuten nach den Rücktritten wieder garantiert. Die Verhandlungen zum Semesterticket sind gewährleistet und hängen maßgeblich davon ab, welche Position das StuPa einnehmen wird. Die Vernetzung der Fachschaften ist durch den kommissarisch im Amt verbliebenen Fachschaftenreferenten garantiert; die Fachschaftenkonferenz hat einen neuen Kandidaten vorzuschlagen.

Sehr geehrte Fachschaft Physik: Ich hoffe, Sie können nachvollziehen, warum ich Ihnen Desinformation vorgeworfen habe. Eine “Meinungsäußerung” unter dem Mäntelchen sachlicher Information (Zitat Anschreiben: “… die Geschehnisse der vorangegangenen StuPa-Sitzung und die unserer Meinung nach resultierenden Ereignisse”) steht einer neutralen Instanz wie einer Fachschaft in meinen Augen nicht zu. Es wäre einer solchen vielmehr angeraten gewesen, die Sachlage genau zu recherchieren und ohne Wertung darzustellen.

Eine Beleidigung Ihrer Fachschaftsarbeit war nicht mein Ziel und ergibt sich nach meiner Interpretation auch nicht aus dem Kontext meines Eintrags.

Jetzt ist Stimmung

Lange war es her, dass ich das StuPa (Studentenparlament) mit dem Gefühl verlassen hatte, das sich etwas getan habe. Seit gestern steht der Zähler wieder auf null.

Vor einer knappen Woche hatte ich zwei Abwahlanträge herumgeschickt, die Referentinnen des AStA betrafen. Die Anlässe wurden in der Personaldiskussion (nichtöffentlich) lange debattiert; die letztliche Konsequenz war dann die Abwahl der einen und die knappe Verfehlung dessen bei der anderen. In der Zwischenzeit bzw. im Anschluss trat jene und traten andere Referenten reihenweise zurück. Wie man hörte, waren die anderen zu diesem Schritt gedrängt worden, um es uns StuPa mal so richtig zu beweisen und uns zu erpressen, die Anträge negativ zu bescheiden. Aber nach Monaten der Untätigkeit war das StuPa gestern wohl in Kämpferlaune, zumal die Fachschaftenliste (eng verbandelt mit dem bisherigen AStA) seit diesem Jahr keine Mehrheit mehr hat.

Nach diesem Großreinemachen konnten wir dann sogar noch zwei neue Referenten in ihre Ämter wählen. Darunter war auch ein neuer Vorsitzender, was dringend geboten war, da aufgrund einer rechtlichen Lücke (kein kommissarischer Vorsitz) ansonsten unser Haushalt an die Unileitung abzutreten gewesen wäre. (Saubere Arbeit des Ministeriums, das diese Satzung hat durchgehen lassen.)

EDIT: Dies ist der Stand, wie er sich mir in der Sitzung präsentierte. Mangels juristischer Ausbildung folgte ich der Argumentation und legte entsprechend Wert auf die Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Jetzt werden wir einige Monate (hoffentlich) Ordnung aus dem Chaos erwachsen sehen und in 2,5 Monaten stehen auch schon Neuwahlen an. In der neuen Legislaturperiode dürfen sich dann die grüne:uni und die Piraten (beide neu gegründet) voll in die Arbeit stürzen. Wie man hört, sind beide Gruppen auf dem basisdemokratischen Trip und damit werden die Sitzungen garantiert nicht kürzer, nur noch länger. Mal sehen, ob sie unsere neue Geschäftsordnung (automatische Vertagung ab 12 Uhr nachts) bestätigen werden oder sich die volle Dröhnung geben wollen.

Die LHG wird vermutlich auch wieder zu den Wahlen antreten, mit einer recht provokanten Aktion. Ich freue mich schon darauf! Allerdings werde ich selbst nicht mehr kandidieren. Zwei Jahre in diesem Gremium reichen mir als Erfahrung wirklich aus. Auf meine freien Mittwochabende freue ich mich aber schon sehr – gegenüber unserem “Sitzungsgebäude” findet nämlich der klassische Chor statt. Ihr wisst schon, change is my only constant.