Nachfolge LHG-Vorsitz

Seit gestern Abend bin ich nun Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe Kaiserslautern. An der Situation der LHG bzgl. Nachwuchs hat sich leider nichts geändert, wir sind immer noch ohne aktives Neumitglied seit meinem Eintritt. Ende des Winters wird dann ein weitgehender Verlust der verbleibenden Mitglieder eintreten, weil die anderen fast alle ihr Studium beenden werden. Daher werde ich, aufgrund neuer Prioritäten, nach zwei Jahren aktiver und stellenweise aktivistischer Arbeit die LHG quasi in Wartestellung fahren. Das finde ich selbst auch schade, aber die Realität lässt mir hier keine Wahl. Falls sich doch noch ein junges Team fände, würde es mich freuen; ich bin jedoch pessimistisch. So viel Desinteresse (speziell im Vergleich zu Mainz und Trier) enttäuscht mich schon.

DIE ZEIT – Ausgabe 50/2009

Derzeit mal wieder kostenlos im Kurzabo, erhielt ich am Donnerstag eine fast gänzlich grüne (farblich und inhaltlich) Ausgabe. Sie handelte von Klima, CO2 und der vermeintlich absehbaren Vernichtung der Erde, zumindest so wie sie wir kennen. Nach der Morgenlektüre fühle ich mich heute sehr gehirngewaschen, aber meine Skepsis war zum Glück zuerst da. Sonst wäre sie jetzt sicher erschlagen. Aber den Prediger gegen den Klimawahn mache ich nicht schon wieder, da könnt ihr euch mal selbst eine Meinung bilden. (Nur zwei Links aus der Wikipedia, dann könnt ihr selber suchen: Kontroverse um die globale Erwärmung, Nir Shaviv)

Meine Kritik: Wieso schafft es noch nicht einmal DIE ZEIT, bei Themen des vorgeblich (!!) breitesten Konsenses eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten? Es ist ja nicht so, dass alle Wissenschaftler einer Meinung wären. Nun ist es ungeschriebenes Gesetz in den Medien allgemein: Die Leute wollen entweder etwas besonders Gutes oder etwas besonders Schlechtes lesen. Der Rest verkauft sich nicht. Außerdem schreiben alle von allen ab, schließlich ist es journalistische Hauptaufgabe, vieldiskutierte Themen auch gebührend zu würdigen. Das kann man Medienrummel nennen, oder auch “viel Lärm um Nichts”.

Die Medienlandschaft beschreibt daher konsequent das, was sie am besten kann, nämlich Krisen(szenarien). War es in meiner frühesten Kindheit noch die nahende Eiszeit, ist es jetzt eben die Erderwärmung. Die Mechanismen hinter der Erderwärmung werden unterschlagen (als ob jedes Molekül CO2 eine kleine Heizung wäre), der Rest der Debatte ist dann nur noch: Baue ich lieber Isolierglasfenster ein oder kaufe ich mir ein etwas weniger unverschämt ressourcenfressendes Kraftfahrzeug?

Aber dass DIE ZEIT sich dem Diktat der Einseitigkeit, der trotz ihrer Komplexität auf wenige Axiome reduzierbaren Welt, so kampflos unterwirft? Diese Instanz der freien Meinung, der ausgewogenen Berichterstattung? Geschenkt! Das “Problem” der US-Qualitätspresse, dass Minderheitenmeinungen in dieser Sache “zu viel” Raum gegeben würde, haben wir jedenfalls nicht. So suggeriert auch die 50. Ausgabe der ZEIT in diesem Jahr: Dass dem Eisbären die Scholle unter den Füßen wegschmilzt, wird direkt und alternativlos durch die Kohlenstoffverbrennung des Menschen bedingt. Der arme Bär! Und dass die acht Kinder einer Massai-Familie in Afrika nichts mehr zu essen haben, weil die Kühe verdursten, ist auch alles unsere Schuld. Weil wir Westler ja auch den tollen Tipp gegeben haben, im heißen Nichts acht Kinder zu bekommen. [Nachtrag und Erläuterung: Das letztere Beispiel bezieht sich direkt auf einen ZEIT-Artikel über eine Familie von Stamme der Massai, die aufgrund von Dürre ihre eigene Versorgung nicht bewerkstelligen können. Die Verantwortung der Industrienationen für die Lage dieser konkreten Familie wird von mir bestritten.]

Wenn aber das Kohlendioxid gar nicht verantwortlich wäre? Wurden dann vielleicht wieder mal 500g Zeitungspapier halbmillionenfach verschwendet? Der ZEIT entnehmen wir dieses Szenario nicht. Sie hält für uns nur die Prophezeiung parat, dass “vielleicht, in 40 Jahren eine TV-Serie wie “Man Men” [aktuelle Serie über die USA der 60er] einem kopfschüttelnden Publikum zeigt, was wir heute sind: irre.” Dem kann ich nur zustimmen, total irre, aber nicht so, wie der Redakteur sich das gedacht hatte.

Und ganz abseits der Kohlenstoffthese: Was, wenn die positiven Folgen des Klimawandels überwiegen, z. B. weil das (Nutz-)Pflanzenwachstum (zumindest in anderen Regionen als der Wüste) stark zunimmt, dank Kohlendioxid? Auch dieses Szenario: Mit keinem Wort erwähnt. Saubere Arbeit.

good to be back

Aahhh… *entspann* … oder frei nach Minister Guttenberg: It’s good to be back. Nach einer weiteren Klausur (ich müsste die Flut mal zählen) am letzten Freitag ist es endlich wieder Zeit für ein paar Notizen… siehe oben!